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Das (leider)
letzte Treffen des Jahres war eine Heimveranstaltung,
quasi im Wohnzimmer, von Ruth und Siggi. Für alle
Bedauernswerten, die das EVENT versäumten, und zur
Rückbesinnung für die anderen, möchte ich hier einige
Eindrücke wiedergeben.
Wegen der
Werksbesichtigung bei der Firma Karmann trafen wir uns
diesmal eher als bisher üblich. Nach einem stärkenden
Imbiss in unserem ländlichen Hotel Dreimädelhaus in
Espelkamp ging es schon am Freitagmittag zur Ausfahrt
nach Osnabrück.
Das Wetter
meinte es gut, so dass fast durchweg Offenfahren am
Wochenende angesagt war - die halbe Miete, wie ich
meine. Zur Erinnerung: Fichtelberg im dichten Nebel nach
einer Umleitung im strömenden Regen war als Beispiel
nicht so toll. Die Werksbesichtigung bei der Firma
Karmann in Osnabrück war dann ein echtes HIGHLIGHT für
Technikinteressierte. Zumal wir das besondere Glück
hatten, das nichtöffentliche Privatmuseum besuchen zu
dürfen - ein Leckerbissen nach dem anderen. Das
Einmalige an unseren Clubtreffen ist immer wieder, dass
wir Sehenswürdigkeiten genießen dürfen, die kein
Reisebüro oder sonst wer bieten kann, ich möchte nur an
AMG oder die Oldtimer-Werkstätten im Classic-Center von
Mercedes erinnern. Leider ist die Zeit in solchen
Automuseen meines Erachtens zu kurz. Manchen vielleicht
zu lang; insofern ist es schon ein Kompromiss, den alle
stillschweigend mittragen, anders geht es eh’ nicht.
Unser
sachkundiger und unterhaltsamer Führer zeigte uns dann
den Karosserierohbau des SLK. Auch für
Nicht-Technikfreaks war es ein besonderes Erlebnis, die
vielen Schweiß-, Handhabungs- und Kleberoboter oder die
riesigen, donnernden Tiefziehpressen, die den Boden
zittern lassen, im unermüdlichen Einsatz zu sehen. Hier
wurde ins Bewusstsein gerückt, dass und warum
tendenziell immer weniger Arbeitsplätze erforderlich
sind bei gleicher Arbeitsleistung. Wie Karl Marx schon
vorhersagte, der größte Sohn Triers…(Jahrelang mussten
wir uns mit ihm abplagen, Gott hab’ ihn selig.)
Interessant übrigens, dass die SLK-Karosserie nicht im
Ganzen das Werk verlässt, sondern in drei Teilen. Erst
in Bremen werden diese verschweißt.
Mit tollen
Eindrücken ging es nach der kurzweiligen Heimfahrt an
die leckeren „Haxen aus dem Steinofen“ (nur wer mag,
aber wer mag, soviel wie er mag). Alles im beschaulichen
Wintergarten. Wie ich erfuhr, wird der Ofen wie in alten
Zeiten vom Gastraum aus mit Buchenholz befeuert und dann
nur noch die Glut genutzt. Der Chefkoch selber legt das
Fleisch hinein und holt den Braten ohne
Zwischenkontrolle!!! gar heraus. Resultat: Das Fleisch
war kross und zart wie selten, ein Meisterstück.
Am Samstag
führte uns die Ausfahrt durch das schöne Wiehengebirge
und den Teutoburger Wald mit wunderbaren Aussichten in
die Ebenen hinein, nur in weiter Ferne begrenzten
Dunstschleier den Blick. Auf dem Parkplatz an der
Mindener Schachtschleuse begrüßten wir Evi und Frank und
inspizierten mit teils begierlichen Blicken das neue
SLK-Modell. Am Mittellandkanal bestiegen wir ein
Flussschiff zur „Kreuzfahrt“. Die technischen
Einzelheiten kann ich mir hier sparen, sie sind
ebenfalls (wie die zu Karmann und zur Geographie)
ausführlich im Programm beschrieben. Wir fuhren, teils
in, teils out, über die eindrucksvollen Kanalbrücken in
die Mindener Hafenanlagen. Dort erlebten wir, was ich
mir schon immer gewünscht hatte, einen Schiffs-Fahrstuhl
13 m abwärts, eine Schleusung in die Weser hinab. Auf
welch simplem Wege hier riesige Naturkräfte ausgenutzt
werden, ist schon beeindruckend. Alles quasi kostenlos,
von Wasserkraft betrieben.
Dann ging es
durch das reizvolle Schaumburger Land zur Burg Vlotho,
zur Kaffeepause. Hier lenkten die alten Burgreste, ein
schönes Brautpaar einer Hochzeitsgesellschaft und die
tollen Aussichten auf die Stadt Vlotho und das Wesertal
alle Blicke auf sich. Ein Augenschmaus und für jeden was
dabei.
Als wir von
Vlotho zurück zum Hotel fuhren erlebten wir noch eine
Überraschung. Am Südhang des Wiehengebirges flogen auf
einmal, wie für uns bestellt, eine große Menge
Heißluftballons aus dem Tal in die Luft. Lauter bunte
Punkte waren am Himmel zu sehen.
Am Sonntag
fand unsere Jahreshauptversammlung im Hotel statt.
Generell wäre eine regere Teilnahme hier schon
wünschenswert. Über die Resultate gibt es sicher eine
„amtliche Mitteilung“ - nur soviel, dass Ruth und Heinz
wiederum das Vertrauen bei der Wahl erhielten. Ihnen
gebührt unser aller Dank und Anerkennung. Ruth bekam vom
Club eine riesige Blumenschale, für die sich in ihrem
ebenso riesigen Anwesen, das wir am Vortag von außen
besichtigten, sicher ein Platz finden wird. Weiter
beschlossen wir die Einführung eines Punkte- oder
Bonussystems für die fleißigsten Teilnehmer bei
Clubtreffen.
Nach dem
Abschiednehmen war für einige immer noch nicht Schluss,
denn es ging noch auf eine Ausfahrt nach Bünde, wo die
milliardenschwere Tabaksteuer von nicht mal 20 Beamten
eingetrieben wird. Hier besuchten wir das interessant
gestaltete Tabakmuseum, wo Siggi mit gemischten Gefühlen
eine schwarze Raucherlunge betrachtete und erfahren
musste, dass er eine Tasse Teer im Jahr zu sich nimmt
nebst einigen Briketts. Na ja…
Dennoch war
dies ein rundum gelungenes Clubtreffen, bei schönem
Herbstwetter (der Regen kam erst bei der Heimfahrt) und
bleibenden Erinnerungen. Danke den Organisatoren - auf
ein Neues in 2005!
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... und
das ist die Auflösung zu den Ballons, die wir
gesehen haben:
Rallye
in 1.000 Metern Höhe Ballonteam Kirchlengern geht
mit 26 Heißluftballonen zur Fuchsjagd in die Luft
Von
TOBIAS HEYER
(Neue
Westfälische v. 18.10.2004)
Kirchlengern
Füchse
sind schlaue Tiere. Legen schon mal eine falsche
Fährte, verstecken sich, wo sie nur können und
schlagen dann blitzartig zu. Bei Michael und Tanja,
die am Samstagnachmittag den Fuchs bei der Fuchsjagd
des Ballonteams Kirchlengern mimten, war das nicht
anders.
Als
Erste starteten die Beiden mit ihrem Heißluftballon
von einem großen Feld in Klosterbauerschaft und
hingen dann unter einem Fesselballon ohne Korb. "Da
sitzt du wie auf einem Sofa und siehst die Füße
unter dir über dem Nichts baumeln", beschrieb Pilot
Michael Gärtner routiniert, während Freundin Tanja
sich mit der luftigen Landpartei nur zögernd
anfreundete.
Als der
Fuchs außer Sichtweite war, begann das hektische
Aufbaumanöver auf dem riesigen Startplatz. 25
weitere Ballonteams aus dem gesamten Bundesgebiet
bliesen Luft in ihre bunten Ballonhüllen, richteten
die luftigen Riesen auf und starteten im wilden
Durcheinander. Immer in der Hoffnung, als einer der
Ersten aufsteigen und schnell den Fuchs verfolgen zu
können. Der war derweil schon auf der Suche nach
einem Landeplatz und ging vor dem Wiehengebirge kurz
runter, doch schien diese Stelle dann doch nicht
geeignet, das 5x5 Meter große weiße Kreuz
auszulegen. Für die Verfolger gilt es, dieses Kreuz
aus luftiger Höhe mit einem kleinen Sandsäckchen
möglichst genau zu treffen. Und weil das der
Besatzung des "Fuchses" diesseits des Wiehen zu
schwer erschien, folgte dem ersten Lande-Entschluss
dann doch noch ein Hüpfer über das Wiehengebirge und
schließlich die Landung auf einer großen Wiese in
Lübbecke. Schließlich sollten alle 25
Verfolger-Ballons die Möglichkeit haben, nach- und
auch nebeneinander das Ziel anzufahren.
"Jetzt
haben sich die Beiden doch lang gemacht", amüsierte
sich Pilot und Ballonteam-Chef Karlo Coors, als er
aus seinem Ballon die nicht besonders elegante
Landung von Michael und Tanja in Lübbecke verfolgte.
Alsdann war aber umgehend wieder Karlo Coors'
ballonfahrerisches Feingefühl gefragt. Denn aus 500
Meter Anfahrhöhe mussten schnell die richtige
Sandsack-Abwurfhöhe und die richtige Position zum
Ziel gewählt werden, um das Zielkreuz genau zu
treffen. Dann hieß es: Sandsack in die Hand,
anvisieren und ab mit dem orange-farbigen Beutel in
Richtung Zielkreuz.
Der Rest
war Hoffen, denn 500 Meter freien Fall vollzieht
nicht einmal ein solch lebloser Sandsack ganz ohne
Richtungsänderung. Und so endete manche
verheißungsvolle Anfahrt für die Ballon-Fuchsjäger
mit einer Enttäuschung. Oft reichte das
50-Meter-Maßband am Boden für die Bestimmung der
Zielabweichung nicht aus. Doch ging es bei dieser
Ausfahrt auch nicht verbissen um genaues Treffen,
sondern zum Saisonabschluss vor allem um den Spaß
einer für Monate letzten gemeinsamen Ballonfahrt.
Das sahen auch viele Zaungäste am Boden so, die
staunend verharrten, um den Ballonfahrern ein
"Hallo" nach oben zuzurufen.
Besonders, als die gemeinsame Landung kurz vor
Rahden nach gut 18 Luftkilometern anstand, bildeten
sich Gruppen von Neugierigen, die den sanften Riesen
zuschauten, als sie ihre Bodenhaftung zurück
gewannen. Und dann hieß es: Schnell die Hülle
einpacken, den Korb auf den Anhänger wuchten und
dann zurück zum Startplatz, wo Unterhaltung und
viele Köstlichkeiten Mitfahrer, Piloten und
Verfolger erwarteten. |
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