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Bereits am
Freitag stand unser Treffen wettertechnisch unter guten
Vorzeichen, der kleine Ort Limbach-Krumbach begrüßte uns
mit heißen 33°C. Aber wenn Engel reisen dann haben sie
nun mal schönes Wetter und wenn sie dann noch im „Hotel
Engel“ absteigen, dann kann ja eigentlich nichts mehr
schief gehen. Der Parkplatz war für uns als SKL Gruppe (Süddeutsche
– Klassen – Lotterie) reserviert und mit
einem Schmunzeln bezogen wir unsere Zimmer.
Bis alle 10
Fahrzeuge eintrafen verbrachten wir die Zeit damit,
Bernhards neuestes Schmuckstück, einen 22 Jahre alten SL
280 zu bewundern. Nachdem dann fast jeder die Anreise
hinter sich hatte wurde uns in einem
gemütlich-rustikalen Raum der „Alten Scheune“ ein
5-Gänge Menü kredenzt. Als Appetitanreger schlürften wir
einen sehr umdrehungsreichen Sekt, während draußen ein
Gewitter tobte. Danach wurden wir reichhaltig mit
Pfifferlingen, Suppe, Salat, Fleischvariationen, Eis und
einem „Blutwurz“ für die Verdauung gemästet. Das
Unwetter hatte sich inzwischen verzogen und so
beschlossen einige volle Mägen nach dem Essen einen
kleinen Spaziergang zu unternehmen. In geselliger Runde
wurden bis nach Mitternacht Witze erzählt, Anekdoten von
sich gegeben, Informationen ausgetauscht und Erfindungen
gemacht. Demnach kann Pfefferminztee gegen Nikotinsucht
helfen und Zigarillo-Röhrchen laden zu reger
Basteltätigkeit ein.
Am Samstag
10:00 Uhr fuhren wir mit 13 Autos los. Zuerst führte
unser Weg durch einen Räuberwald in dem noch der
Morgennebel zwischen den Bäumen hing. In Richtung
Neckarzimmern schweifte unser Blick immer wieder über
Weinberge und den Neckar.
In der
Kurstadt Bad Wimpfen machten wir Halt und gingen durch
gemütliche Straßen mit Fachwerkshäusern zum größten
Schweinemuseum der Welt. Dort angekommen wurden wir mit
einem Glas Sekt und einem kleinen Glücksschwein für
jeden begrüßt. Über drei Etagen bekamen wir Schweine
aller Couleur zu Gesicht. Die Sammlung beherbergt über
10000 Ausstellungsstücke. Von Sparschwein, Kuscheltier,
Schweinen in Autos, auf Ostereiern, Karten und Bildern
bis hin zu Krügen und Kannen in Schweineform und
Schaukelschweinen reichte das Sortiment. Selbst das
Gäste-WC war voller Schweinereien.
Nach unserem
heiteren Museumsbummel ging es bei strahlendem
Sonnenschein weiter durch Bad Rappenau und Umgebung. An
einem Parkplatz am Waldsee wurden wir dann mit einem
kleinen Picknick überrascht zu dem es Wasser und
Fleischkäswecken gab. Gestärkt fuhren wir anschließend
zur Burg Guttenberg, die aus dem 12. Jahrhundert stammt.
In den Wehr- und Zwingeranlagen der mittelalterlichen
Burg befindet sich das älteste private Forschungszentrum
für Greifvögel in Europa. Bereits 1961 gründete Claus
Fentzloff eine Auffangstation für verletzte und
pflegebedürftige Greifvögel. Die Deutsche Greifenwarte
arbeitet im Sinne des Artenschutzes und züchtet Adler,
Geier und Eulen für die Wiederansiedlung zur Erhaltung
bedrohter Arten. Sie ist Auffang- und Pflegestation für
verletzte oder beschlagnahmte Greifvögel. In 40 Jahren
wurden ca. 35.000 Brut- und Aufzuchtdaten von
Greifvögeln und Eulen erfasst und gespeichert. Mit einer
Schneeeule auf dem Arm begrüßten uns um 15:00 Uhr Claus
Fentzloff und seine Frau zu einer Flugvorführung bei der
wir allerhand Interessantes über Eulen, Adler und Geier
erfuhren. Lautlos ließen sie Uhus über unsere Köpfe
gleiten und erzählten dabei, dass diese 60 Jahre alt
werden können und trotz ihrer großen beeindruckenden
Augen ihre Beute besser hören als sehen. Auf einer Wiese
vor uns saßen Kaiseradler, Steinadler, Seeadler sowie
der amerikanische Weißkopfadler und beeindruckten uns
mit Sturzflügen auf vermeintliche Beutetiere in der Luft
und im Wasser. Der Seeadler kann 6kg schwer werden und
hat eine Spannweite von 2,50m. Normalerweise werden sie
zwischen 40-80 Jahre alt, aber einer hatte sogar 95
Jahre auf den Flügeln. Greifvögel sind in fast allen
Ländern der Erde geschützt, jedoch besteht eine
besondere Gefahr der Ausrottung über die
Nahrungsaufnahme der Tiere. Bei Seeadlern stammt das
Futter oft aus stark belasteten Gewässern. Die
Schadstoffe reichern sich in der Hauptnahrung, den
Fischen, an und führen zu Vergiftungen, Missbildung,
Unfruchtbarkeit oder Zerbrechen der Eierschalen bei der
Brut. Durch die Deutsche Greifenwarte wurden bereits 37
europäische Seeadler ausgewildert, die inzwischen 400
Nachkommen haben. Nach der Anmut und Geschicklichkeit
der Adler wurden uns verschiedene Geier gezeigt. Es sah
schon etwas witzig aus wie ein 14kg schwerer
Mönchsgeier, die gewaltigsten Vögel in Europa und Asien,
mit einer Spannweite von 3m und einer Lebenserwartung
von über 100 Jahren, auf uns zu humpelte. Geier können
sich 3-4 Stunden ohne einen einzigen Flügelschlag in der
Luft halten. Dabei fliegen sie auch in Höhen von 10000m,
in der die Luft nur noch 4% Sauerstoff hat und
Temperaturen von -10°C herrschen. So stieß ein
Gänsegeier vor einigen Jahren über Afrika in 11300m Höhe
mit einem Flugzeug zusammen. Die beeindruckenden Vögel
schlangen dann vor unseren Augen ganze Hühnerschenkel
hinunter, bevor sie mit ihrem typisch lustigen Gang in
ihren Feierabend hüpften. Wir machten noch eine Runde
durch den Geierhof, den Eulengraben und auf dem
Adlerring. Dabei sahen wir uns weitere Greifvögel an und
informierten uns über die Forschungsstation.
Nach diesem
Erlebnis setzte sich unser Autocorso wieder in Bewegung
und streifte dabei den Luftkurort Hirschhorn, in dem die
Fachwerkhäuser idyllisch am Wasser liegen. Die
Odenwald-Neckar-Tour verwöhnte uns noch einmal mit
schönen Landschaftseindrücken. In Rothenberg-Raubach
stillten wir im Café „Raubacher Höhe“ unseren Durst
bevor es gegen 19:00 Uhr über kurvige Waldstraßen und
durch Waldauerbach zurück zum Hotel ging. Dort
schlemmten wir abermals sehr gut. Die Runde erzählte
über die Erlebnisse des Tages und machte Pläne für
kommende Ausfahrten. Unsere Gesichter waren dabei nicht
nur vom Plaudern, oder vom Schnäpschen gerötet, sondern
auch von der ganztägig strahlenden Sonne. Nach den
ersten Einblicken von den Bildern des Treffens ging ein
harmonischer Tag zu Ende.
Sonntag nach
dem Frühstück verabschiedeten wir uns von den
Heimreisenden und brachen mit 6 Fahrzeugen zur Glashütte
Peter Kaspar auf. Wir konnten dort den Glasbläsern bei
der Arbeit zuschauen. Mit Hilfe der traditionellen
Glasmacherpfeife und gedrechselten Holzformen entstand
vor unseren Augen Glaskunst. Die Glashütte Peter Kaspar
besteht seit 30 Jahren und hat sich aus einer
Kelchglashütte zu einer Produktion individueller
Geschenk- und Gebrauchsartikel entwickelt. Seit etwa 20
Jahren ist es Peter Kaspar gelungen durch die Erfindung
neuer, spannender Techniken das klassische Bleikristall
modern und farbig zu verarbeiten. Es werden Kollektionen
mit einer Landschaftsidee sowie Unikatserien in
Neckarzimmern produziert. Angefangen von kleinen
Vögelchen, über Vasen und Schalen bis hin zum
hochwertigen Kunstobjekt wird alles aus Bleikristall mit
Zwischenglasfärbungen hergestellt. Dabei werden immer
farbige Glasmehle zwischen zwei klaren Glasschichten
aufgenommen und verschmolzen. Im angrenzenden Geschäft
gingen wir auf Beutezug und nachdem jeder etwas
Zerbrechliches erworben hatte setzen wir unsere
Sonntagstour fort.
Der
eigentliche Clou dieses Tages sollte nämlich noch
folgen: mit der Autofähre über den Neckar. Der Fährmann
und wir fotografierten um die Wette als unsere 6 SLK
verschifft wurden. Im Sonnenschein und mit herrlichem
Blick auf die Uferlandschaft überquerten wir den Fluss
und waren erleichtert kein weiteres Fahrzeug dabei zu
haben, denn das hätte einfach nicht mehr auf die Fähre
gepasst. Die Haßmersheimer Fähre hat bereits eine lange
Tradition und fand schon 1330 die erste urkundliche
Erwähnung. Bis heute ist die Fähre die schnellste
Verbindung zur anderen Neckarseite.
Gut gelaunt
ließen wir die Ausfahrt danach in dem Italienischen
Restaurant „Maestro Ivan“ in Mosbach ausklingen. Der
Maestro selbst ließ sich ein spezielles 4-Gänge-Menu
einfallen und verwöhnte uns mit kulinarischen Genüssen
bis wir mehr als satt waren. Am frühen Nachmittag
verabschiedeten wir uns von einander und fuhren in alle
Himmelsrichtungen nach Hause.
Unser Dank
für dieses Wochenende gilt Bernhard und Christiane,
sowie Petrus für den Sonnenschein. Tolles Wetter, ein
schöner Odenwald, sympathische Menschen – ein rundum
gelungenes Wochenende! |