-
Fotoalben
 


9. - 12. April 2004: Osterräderlauf im Weserbergland

 
-
Samstag
 
 
Fahrt in das Wesertal
 
Das Münchhausen-Museum
 
Im Münchhausen-Museum
 
Am "Monte Wau Wau" (Köterberg)
 
Weiterfahrt durch das Weserbergland
  
Der sportliche Abend -Fahrradfahren
 
Ostersonntag
 
 
Besichtigungsgang durch Schwalenberg
 
An der kleinsten Kneipe der Welt
 
Fahrt durch die Fachwerkstadt Blomberg
 
Umzug der Osterräder durch Lüdge
 
Wanderung auf den Osterberg
  
Vorbereitung der Osterräder auf dem Osterberg
 
Osterräderlauf am Sonntagabend
 
 
"Logenplatz" am Fuße des Osterberges
 
Lauf der Osterräder vom Osterberg
 
Feuerwerk zum Abschluss des Osterräderlaufes


Weitere Fotos des Wintertreffens auf der "Pixum"-Seite von Siggi Graf
 

Nachdem wir die Saisoneröffnung in Thüringen erlebt haben, war die Vorfreude auf das Ostertreffen gegeben. Sonnenverwöhnt von der Pressefahrvorstellung auf Mallorca wurden nun aber wieder dicke Pullover in den Koffer gepackt. Ganz so berauschend waren die Temperaturen bei uns nicht.

Ein Teil der Mitglieder reiste am Karfreitag an, der restlichen Teilnehmer stießen am Samstag hinzu. Treffpunkt war das Hotel Lippischer Hof, das einigen von vorherigen Treffen schon bekannt war.

Am Samstag führte uns die erste Etappe über kleine Dörfer zur Ottensteiner Hochebene, wo man bei klarem Wetter eine sehr gute Fernsicht hat. Richtung Weser ging es über die „13 Kurven“ in die Münchhausenstadt Bodenwerder. An der etwas flotteren Fahrweise merkte man, das es sich um Alfons Hausstrecke handelte. Im Münchhausen-Museum erfuhren wir einiges über den Lügenbaron Münchhausen. Wer erinnert sich nicht an die Geschichte des Herrn von Münchhausen auf der Kanonenkugel oder dem Ritt auf dem halben Pferd? Über schöne, idyllische Sträßchen ging es dann zum Kaffee trinken in das Gasthaus Reimer nach Lütgenade. Glückwunsch an die Organisatoren! Das Café habt ihr ganz toll ausgesucht! Wir saßen wie bei Oma im gemütlichen Wohnzimmer und ließen uns mit Kaffee und ganz leckerem, selbstgebackenem Kuchen verwöhnen. Vor der Weiterfahrt hieß es: Hier müssen wir irgendwann noch mal wieder hin! Die Fahrt ging über kleine Straßen und Dörfer weiter zum Monte Wau-Wau, dem Köterberg, legendärer Treffpunkt der Motorradszene. Aufgrund der kühlen, aber Gott sei Dank trockenen, Witterung hielten wir uns dort nicht lange auf, sondern legten eine Pause bei Alfons und Marion ein, wo es ein Osterfeuer in flüssiger Form gab. Dank Airscarf im neuen SLK konnten Alfons & Marion das Dach des SLK öffnen, während wir anderen es vorzogen, mit geschlossenem Dach zu fahren.

Am Hotel angekommen hieß es, kurz frisch machen, denn das Fun-Bike erwartete uns. Das Fun-Bike ist ein Maxirad für das besondere Vergnügen, den Superspaß und die Fitness! Ein außergewöhnliches Erlebnisfahrrad für maximal 14 Personen mit Motorunterstützung als eine Kombination aus Tretkurbel- und Motorantrieb, begrenzt auf 6 km/h, ausgestattet mit einer Bar inkl., Zapfanlage, einer Top-Musikanlage, sowie Sonnen- bzw. Regenschutz mit seitlich aufrollbarem Schlechtwetterschutz. Bei, nennen wir es mal, volkstümlichen deutschen Oldies ging die Fahrt um Lügde herum. Es war zwar lausig kalt – aber wir hatten viel Spaß! Am besten hatten es unsere 3 Herren, die die Bar bedienten. Sie saßen eher warm..... na ja, und zum Schluss kamen vorne die Getränke nicht mehr ganz so fließend an :-) Nach der Fahrt wärmten wir uns erst einmal im Hotel auf bevor der restliche Abend bei sehr schmackhaftem Essen gemütlich und recht vergnügt verbracht wurde.

Noch nie haben wir ein Treffen so relaxt angehen lassen. Alle Unternehmungen geschahen ohne Zeitdruck, fast nach dem Motto „Was nicht heute, das morgen“.

Am Ostermontag genossen wir wirklich in aller Ruhe ein Sektfrühstück. Am späten Vormittag fuhren wir zum 1. Stopp in die Malerstadt Schwalenberg. Es war wie eine Zeitreise ins Mittelalter. Die historische Fachwerkstadt schmiegt sich an den Berg der einstigen, mächtigen Ritterburg. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist Schwalenberg Malerstadt. Diese Tradition wird bis heute mit zahlreichen Kunstausstellungen aufrechterhalten. Wir waren total begeistert von dieser niedlichen Stadt! Es gibt doch immer wieder noch sehr schöne, unentdeckte Ecken in Deutschland. Liebevoll gepflegt stand Fachwerkhaus an Fachwerkhaus. Schwalenberg wurde 1231 durch den Sachsengraf Volkwin gegründet. Der historische Stadtkern mit den restaurierten Ackerbürgerhäusern ist eine Augenweide. Lädchen an Lädchen mit schönem Schnick-Schack, hübschen Gaststätten usw. Ulrike und ich waren nur „froh“, dass die hübschen Lädchen geschlossen waren.

Im Rahmen unserer Tour wurde in Blomberg, auch einem sehr malerischen Städtchen, ebenfalls ein kurzer Stopp gemacht. Blomberg, die Blume, die an der alten Handelsstraße von Aachen nach Königsberg errichtete Stadt aus dem 13. Jahrhundert, hat ihr mittelalterliches Flair erhalten. Die Burg Blomberg und die spätgotische ehemalige Klosterkirche sind sehenswert. Bemerkenswert ist auch, dass Kirche und Kirchturm zwei Gebäude sind. In der Altstadt finden sich mehr als 250 restaurierte Fachwerkhäuser und das einzige noch erhaltene mittelalterliche Stadttor in Lippe. Hier zeigte uns Oskar die kleinste Kneipe der Welt, den Schweinstall. 2 Personen passen in diese Kneipe, die auch schon im Guinessbuch der Rekorde stand. Danach ging es weiter nach Lügde. Einer Altstadt, mit restaurierten Ackerbürgerhäusern, einer erhaltenen Wehranlage mit Stadtmauer, Wehrtürmen und Wehrgraben. Wo heute in Lügde die Kilianskirche, eine der ältesten Kirchen in Westeuropa, steht, hat einst Karl der Große sein Weihnachtsfest verbracht. Der liebevoll restaurierte Stadtkern vermittelt ein Gefühl vergangener Zeiten. Highlight von Lügde ist jedoch der historische Osterradlauf, der alljährlich am Ostersonntag stattfindet.

Wir waren alle schon gespannt wie ein Flitzebogen, wie denn nun Osterräder gestopft werden. In Lügde an der Emmer waren die Fahrgeschäfte, Buden usw. aufgebaut, die schon tagsüber eine Volksfeststimmung aufkommen ließen. Hier haben wir uns mit einer Bratwurst gestärkt und abgewartet, dass der Umzug mit den Osterrädern hinauf zum Osterberg beginnt.

Auf einer, von zwei Pferden gezogenen, Kutsche sind 6 Osterräder. Auf einer zweiten Kutsche wird das Stroh, mit dem die Osterräder gestopft werden, gezogen. Beides wird dann hinauf zum Osterberg gebracht. Wir mussten zu Fuß den Osterberg erklimmen. Es war etwas anstrengend, aber der Weg hat sich gelohnt.

Abgesehen von der schönen Aussicht war es sehr interessant zu sehen, wie diese Osterräder gestopft wurden. Die Osterräder werden mit Roggenstroh von den Dechen gestopft. Die Strohbunde werden mit Haselnussruten festgebunden. Das Stroh wird noch mit einem Binder gemäht und mit einer alten Dreschmaschine gedroschen.

Der Dechenverein Lügde ist der Veranstalter des Osterräderlaufes in Lügde und Bewahrer eines historischen Brauchtums. Zahllose Arbeiten müssen zum Erhalt es Brauchtums erfüllt werden. Unter anderem die Vorbereitung des Räderlaufes wie z.B. das Haselnussruten drehen und das Wässern der Räder in der Emmer, wie auch die Erhaltung der zahlreichen Sicherheitsanlagen (Fangzäune, Absperrungen). Ein gewässertes Osterrad nach 5-tägigem Bad in der Emmer hat immerhin ein Gewicht von ca. 280 kg.

Nachdem wir uns das Stopfen angesehen hatten, fuhren wir zurück zum Hotel, wo uns abermals ein geschmackvolles 3-Gangmenü erwartete. Mit dem Hotelbus wurden wir dann am Abend nach Lügde gebracht, wo gegen 21.00 h der Lauf der Osterräder starten sollte.

Zum Osterradlauf wurden ca. 40.000 Menschen erwartet. Da kann man sich vorstellen, welche Menschenmengen dort anreisen. Wir hatten aber das ganz große Glück, einen Logenplatz zu ergattern. Verwandte von Oskar wohnen direkt am Fuße des Osterberges. Hier hatten wir unsere Ehrenplätze. Versorgt mit Getränken genossen wir den Abend auf der Bierzeltgarnitur und konnten das Spektakel ungestört vom Trubel der ganzen Zuschauer hautnah erleben.

6 Osterräder mussten den Weg nach unten finden. Unsere Spannung stieg mit der Dunkelheit. Was würde uns erwarten? Gegen 21.00 Uhr kündigte ein Schuss aus der Kanone das Spektakel an. Es begann mit einem kleinen Feuerwerk. Dann wurde es ganz still und in Feuerwerk flackerten die Worte „Angermünde“ und „Lügde“ in roter Schrift auf. Die Partnerstadt Angermünde hat ein neues Rad gestiftet, wodurch sie die gute Verbindung zu den Dechen unterstreichen wollte. Viele „oohh“ und „aaahh“ waren zu hören. Ich meinte nur „Wenn jetzt noch SLK Roadster Club aufleuchten würde, dann hätte das was“.

21.00 Uhr - Endlich war es so weit! Ein Böllerschuss verkündet den Beginn und ließ alle Besucher verstummen. Gebannt warteten wir auf das, was nun kommen sollte. Das erste Rad wurde angezündet. Die Flammen schlugen hoch und man dachte, es würde ausbrennen, bevor es den Berg runtergerollt wäre. Aber die Dechen verstehen ihr Handwerk. Zum richtigen Zeitpunkt wird das Rad mit Hilfe einer Stange zum laufen gebracht. Das angestrahlte Kreuz auf dem Berg ging aus. Erst langsam, dann immer schneller rollt das Rad dem ersten Hang zu, stürzt diesen hinab, gewinnt an Schwung und Fahrt, überspringt Wege und zieht unbeirrt seine feurige Bahn ins Tal. Mit Gejubel und Geklatsche wird das Rad empfangen.

In kurzen Abständen folgen noch 5 weitere Räder. Immer wieder dasselbe Schauspiel. Kommen die Räder gut ins Tal, so heiß es, wird es dem alten Volksglauben folgend ein gutes Erntejahr werden. Na ja, ein Rad kam sehr gut an, die anderen fünf hatten meistens einen Rechts- bzw. Linksdrall. Warten wir also lieber ab, wie die Ernte wird. Nicht immer müssen Prognosen stimmen.

Als Abschluss war kurz vor 22.00 h ein grandioses Höhenfeuerwerk, was eine Gänsehaut hervorrief. Es war wunderschön anzusehen und wir hatten den Ein druck, als ob es niemals enden würde. Da uns der Trubel zu fiel wurde und wir lieber noch gemütlich im geheizten Hotel den Abend ausklingen lassen wollten, holte uns der Hotelier gegen 22.30 h wieder ab. Im Hotel ließen wir das schöne Wochenende gemütlich ausklingen und erfreuten uns noch am Erlebten.

Am Ostermontag reisten die Teilnehmer nach und nach ab und es hieß „Auf Wiedersehen“. Auf jeden Fall möchten wir die tollen Sträßchen noch mal bei Sonnenschein mit offenen Dächern fahren und Alfons und Marion werden bestimmt noch mal eine Tour im Weserbergland anbieten.


© IT-Systemhaus Schneider