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Mit einem
Willkommenstrunk im Restaurant „Zur Quelle“ im sehr
idyllischen 400-Seelen-Luftkurort Lonau im Harz wurden
die Teilnehmer am Freitag begrüßt. Dieses Haus hat eine
bewegende Geschichte hinter sich: Das über 500 Jahre
alte Gebäude brannte durch ein Großfeuer 1998 bis auf
die Grundmauern nieder. Die Neueröffnung des jetzigen
Hauses fand bereits 1999 statt. Um nach der Zerstörung
den Gaststättenbetrieb weiterlaufen lassen zu können,
erwarb die Inhaberin das Haus „Zum oberen Krug“, das
etwa 300 m oberhalb der „Quelle“ gelegen ist. Hier waren
die Teilnehmer untergebracht. Einige von ihnen kamen
durch einen Stau auf der Autobahn später hinzu.
Erfreulich war, dass Ruth sich gesundheitlich so gut
fühlte, dass sie mit Siggi am Treffen teilnehmen konnte.
Nach einem harztypischen 3-Gänge-Menue wurde noch
ordentlich geklönt, und anschließend zog man sich zu
einem Absacker in den „Oberen Krug zurück.
Am
Samstagmorgen fand nach dem Frühstück ein Fototermin mit
einem Vertreter der örtlichen Presse statt. Anschließend
begann die Ausfahrt bei schönstem Sonnenschein. Bevor
wir jedoch diese Tour Revue passieren lassen, gebührt
den Ausrichtern, Ulrike Georg-Rudolph und Gerd Georg,
ein großes Lob und Dankeschön für die Ausarbeitung
dieser hervorragenden Route mit tollen Überraschungen.
Die Fahrt
begann zunächst mit 11 Fahrzeugen, darunter ein SLK 55
AMG, und führte über Sieber nach Sankt Andreasberg. Hier
musste eine 18%-ige Steigung bewältigt werden. In der
Ortsmitte fiel unsere Kolonne natürlich auf - spontan
winkten uns einige ältere Fußgänger zu! Weiter ging es
über hohe Berge, sanfte Täler, ausgedehnte Wälder und
weite Hochflächen zum Sonnenberg. Von hier aus hatte man
einen tollen Blick auf den Brocken, der mit 1.142 m
höchste Berg des Harzes. Leider war dieser in leichtem
Dunst verhüllt. Vorbei am idyllisch gelegenen Oderteich
passieren wir anschließend Königskrug (bekannt für seine
großen Windbeutel). Hier stand auf der Gegenfahrbahn ein
„Blitzer“ in einem Smart mit Celler Kennzeichen. Nach
Passieren des Eisstadions in Braunlage hatte die
Außentemperatur bereits die 30º C-Marke erreicht. Über
Elend, Tanne (hier stießen Evelin und Frank zu uns) und
Hasselfelde (Westernstadt Pullmann City II) erreichten
wir die 1. Überraschung der Ausfahrt - die Harzköhlerei
Stemberghaus“ mit einem Schluck aus der „flüssigen
Holzkohle“ (Kräuterlikör) begann die 30-minütige Führung
durch das Holzkohlemuseum. Bei einem sehr interessanten
Vortrag erfuhren wir alles über die Entstehung der
Holzkohle. Anschließend gab es eine deftige Brotzeit in
der „Köhler-Rast“ mit frischem Bäckerbrot und
Griebenschmalz, Harzer Käse, Mettwurst und Gewürzgurken
sowie einem Getränk nach Wahl. So gestärkt ging es
weiter über Hassefelde, Stiege, Breitenstein nach
Stolberg. Im Ortskern dieser kleinen Stadt befinden sich
viele schöne alte Häuser (sehenswert). Ganz in der Nähe
auf dem Großen Auerberg befindet sich übrigens das
größte eiserne Doppelkreuz der Welt!
Wir ließen
nun den Harz zurück und fuhren ins Harzvorland. Über
Rottleberode, Berga (hier wurde der Spitzenwert von
33,5º C erreicht), Kelbra (mit Blick auf die Talsperre)
und Badra erreichten wir Sondershausen mit dem Höhepunkt
der Ausfahrt, dem Erlebnisbergwerk „Glückauf“ (schon von
weitem erkennbar durch den großen Förderturm).
Treffpunkt war der Schachthof am Brügmannschacht
(Schacht I). Hier wurden wir von unserem Tourismusführer
empfangen. Im Umkleideraum, der bergmännisch Kaue
genannt wird, bekamen wir einen Arbeitsschutzhelm und
einen Schutzkittel. Nach einer Belehrung über die
Sicherheitsbestimmungen (Rauchverbot, immer Helm tragen,
engen Kontakt zum Führer halten) fuhren wir mittels
eines Förderkorbes in 4 m/sek 670 m tief unter die Erde
und tauchten ein in die Glitzerwelt einer 230 Millionen
Jahre alten Salzlagerstätte!
Dort wurden
wir auf einen kleinen Lkw (natürlich von Mercedes) mit
offener Sitzfläche verfrachtet - und da begann erst
richtig der „Spaß“. Der Führer „bretterte“ mit 40 km/h
durch die engen Stollengänge (Kimi Räikönen ist dagegen
ein Waisenknabe), so dass Evelin der Helm vom Kopf
gerissen wurde und Heidi von der Sitzbank rutschte! Bei
mehreren Halts wurde uns die Geschichte der Kaligrube
näher gebracht. Unter anderem wird das Bergwerk zweimal
im Guinness Buch der Rekorde erwähnt. Denn hier fand
1998 in 700 m Tiefe mit 105 Läufern ein Volkslauf statt.
Auch Marathon-Läufe und Radrennen werden heute noch
durchgeführt. Eher romantisch ging’s bei der Kahnfahrt
auf dem Salzsee zu. Anschließend erlebten einige
Wagemutige einen Mordsgaudi, indem diese mittels eines
„Arschleders“ auf einer 52 m langen Rutsche mit
40º-Gefälle durch den Höllenschlund düsten!
Ein ganz
bewegender Augenblick war es, als wir unter Tage eine
Gaststätte mit der tiefsten Kegelbahn der Welt, einem
Konzertsaal sowie einen Festsaal besichtigten, in dem
auch Trauungen stattfinden. Hier war zum Abschluss der
Besichtigung des Bergwerks Kaffeetrinken mit Kuchen
angesagt.
Gegen 17.00
Uhr erreichten wir wieder das Tageslicht. Hier war die
Überraschung groß: ein Regenband zog sich vorüber und
ein Gewitter klang ab (die Temperatur war um 10º C
gesunken). Auf dem kürzesten Weg erreichten wir über
Nordhausen, Hasserode, Mackenrode und Scharzfeld nach
190 km Fahrt gegen 18.20 Uhr unseren Startort.
Nach einem „Candlelightdinner“
mit fünf Gängen am Abend gab es anschließend noch die
obligatorischen Absacker im „Oberen Krug“.
Am
Sonntagmorgen wurde nach dem gemeinsamen Frühstück
Abschied genommen. Und alle waren sich einig: es war ein
ganz tolles und erlebnisreiches Wochenende.
Heidi & Ulli |