|
Zunehmend
freundlich – diese Wettervorhersage konnten wir am
Freitagmorgen in unserer Tageszeitung lesen, nachdem es
am Donnerstag ab mittags bis in die Nacht Bindfäden
geregnet hatte. Na, dann konnte ja nichts mehr schief
gehen mit unserem Treffen in der Rhön, wenn Engel reisen
........
Wir freuten
uns schon lange auf das Treffen von Anke und Stefan,
diesmal mussten wir auch nicht so weit fahren. Nach
Feierabend starteten wir um 16.00 Uhr und kamen gegen
18.00 Uhr in Seiferts an. Im Gasthaus „Krone“, unserem
Rhönschaf-Hotel, bezogen wir unser hübsches kleines
Zimmer, gespickt mit Schäfchen und sonstigen Sachen rund
ums Schaf.
Zum
Abendessen à la carte trafen wir uns alle dann ab 19.00
Uhr. Einige hatten bereits mittags mit Anke und Stefan
eine kleine Ausfahrt gemacht und dabei die schöne
Landschaft genossen, einen Diavortrag mit vielen
wissenswerten Details über die Rhön erlebt und sind nach
einer Kaffeepause rechtzeitig zum Essen in der Krone
eingetroffen.
Schon allein
die Speisekarte des Rhönschaf-Hotels ist sehenswert.
Handgefertigt aus Holz ist jedes Exemplar ein
Einzelstück, der Inhalt so umfangreich, dass man erst
mal einige Zeit mit dem Studium des „Buches“ beschäftigt
ist. Das Essen war sehr lecker und reichlich, nach
einigen feucht-fröhlichen Stunden zogen wir uns dann zum
Schlafen zurück, um für die Ausfahrt am Samstag fit zu
sein.
Nach dem
Frühstück ging es dann pünktlich um halb zehn los. Wir
hatten etwas über 200 Kilometer vor uns. Die Rhön liegt
im Dreiländereck zwischen Bayern, Hessen und Thüringen
und wir haben bei unserer Tour alle drei Bundesländer
befahren. Vorbei an nahezu waldlosen Hochebenen über
Kuppen und Täler, Wiesen und Matten, bizarren Hochmooren
und markanten Basaltblöcke, malerischen Städtchen und
einsamen Dörfer fuhren wir dem ersten Highlight des
Treffens entgegen, unserm Besuch bei Schäfer Weckbach.
Dieser stellte sich als ein echtes Original dar. Er
erfreute sich am Anblick unserer schönen Autos, aber man
hatte gleich darauf den Eindruck, dass ihm nur seine
Tiere wichtig sind. Mit kräftiger Stimme und fränkischem
Slang erfuhren wir viel Interessantes über den Schäfer
und seine Arbeit. Herr Weckbach demonstrierte uns
eindrucksvoll, wie seine Schafe auf „Pfiff“ hören und
mit welchen Kommandos („such verloren“) der Rentner-Hund
die Herde so zu formieren hatte, dass unsere ganze
Gruppe umzingelt war. Auch wie Schäfer Weckbach ein
(wahrscheinlich nur für uns) bedauernswertes Schaf mit
seinem Schäfer-Stab gefangen und dann auf den
Allerwertesten gesetzt hat, konnten wir bestaunen. Das
Schaf saß da wie ein Maikäfer, lehnte sich an die Beine
seines Schäfers und glotzte uns an, bis es endlich
erlöst wurde und zurück zu seinen Freunden durfte. Nach
einem weiteren Vortrag gab es dann einen leckeren
Rhönschaf-Eintopf und anschließend noch Gelegenheit,
verschiedene Wurst aus Schafsfleisch zu kaufen. Nach
über 2 Stunden, in denen wir wieder was dazugelernt
hatten, verabschiedeten wir uns von Schäfer und Schafen,
und setzten unsere Tour fort. Über hübsche und
verschlungene Straßen kamen wir gegen halb vier in der
Heile Schern an, einer urgemütlichen Scheune in
Thüringen. Dort war Kaffeetrinken angesagt. Bei
lieblicher Live-Musik mit Akkordeon und
Hundegebell-Begleitung genossen wir Apfel-, Kirsch-,
Streusel- oder Rhabarberkuchen, bevor wir dann wieder
aufsaßen und Richtung „Krone“ weiterfuhren. Voll im
Zeitplan begann um 18.00 Uhr eine Führung durch die
kleinste gewerbliche Schaukelterei der Welt. Zunächst
durften wir zwei verschiedene Sorten Apfelweine
probieren, dann erklärte uns Nadine (Azubi im 3.
Lehrjahr) professionell den Weg vom Apfel zum Apfelwein,
Apfelsherry und anderen leckeren Spezialitäten aus der
Schau-Kelterei. Im „Saftladen“ hat dann der eine oder
andere noch die Gelegenheit genutzt, verschiedene
Köstlichkeiten mit Apfel, unter anderem Senf,
Marmeladen, Brotaufstriche und Liköre, zu kaufen, um
dann zuhause beim Essen wieder an unser wunderschönes
Rhön-Treffen zu denken.
Nachdem wir
uns eine halbe Stunde regeneriert haben, trafen wir uns
im Gasthaus zum Abendessen in Buffet-Form mit
verschiedenen Rhöner Schmankerl und Salate. Alles war
sehr lecker und reichlich, der restliche Abend danach
wurde feucht und lustig, bis irgendwann auch der letzte
müde war und den Weg ins Bett fand.
Am Sonntag
früh haben wir dann ausgiebig gefrühstückt, etwa die
Hälfte der SLK’ler verabschiedete sich danach Richtung
Heimat.
Wir anderen,
die noch nicht heim wollten oder mussten, fuhren dann
noch mit 7 Autos zum „Schwarzen Moor“, wo wir nach einem
kurzen Spaziergang den Rest einer DDR-Grenzanlage
besichtigten. Außerdem gibt es dort die „beste Thüringer
Bratwurst überhaupt“ (O-Ton Stefan), also musste dies
noch getestet werden. Weiter ging’s dann zu einem
privaten DDR-Museum, dort genossen wir eine kleine, aber
sehr exklusive Führung.
Wir fuhren
dann weiter eine kleine Ausfahrt Richtung Wasserkuppe
und wollten dort oben eventuell Mittag essen. Als wir
auf dem Gipfel ankamen, dachten wir, in der Rhön ist
niemand mehr zu Hause. Dort herrschte Hochbetrieb, schon
einen Parkplatz zu finden, war fast unmöglich. Autos,
Motorräder, Wanderer, Fahrradfahrer, Segelflieger ….
soweit das Auge reicht. Das wollten wir uns dann doch
nicht antun und Stefan führte uns nach Gersfeld zum
„Griechen“, wo wir zum Abschluss noch gut aßen, bevor
wir uns dann endgültig verabschieden mussten.
Wir haben
wunderschöne Tage in der Rhön verbracht, das Wetter und
das Hotel waren gut, das Programm ideen- und
kontrastreich und die Organisation hat bestens geklappt.
Anke und Stefan verdienen ein dickes Lob, vielen Dank
für alles, es war toll.
|