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Fotoalben
 


27.- 29. Januar 2006: Wintertreffen in Waldhessen

 
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Freitagabend

 
Abendliche Stadtführung
 

Bilder vom Samstag

 
Besichtigung der Wartburg
 
Führung durch Eisenach
 
Der Sonntag
 
Besuch des Kirchhofes in Oberellenbach
 

Fotos des Treffens von Andreas


Weitere Fotos des Treffens von Siggi
 

Aufgrund der vielfachen Nachfrage und auch damit die Winterpause nicht so lang ist, haben sich Ruth und Siggi bereit erklärt das Wintertreffen 2006 zu organisieren. Der Ort wurde bewusst im mittleren Gebiet Deutschlands gewählt, damit alle Teilnehmer eine etwa gleichweite Anreise haben. Aber die Anmeldungen trafen nur schleppend und spärlich ein, so dass das Wintertreffen ins Eiswasser zu fallen drohte. Schlussendlich sind wir nun mit fünf 5 Fahrzeugen, davon 2 SLK und 11 Personen bereit das Treffen in vollen Zügen zu genießen.

Bei Sonnenschein und klirrender Kälte näherten wir uns unserem Ziel, dem Posthotel im Luftkurort Rotenburg an der Fulda. Nach dem Beziehen der modernen Komfortzimmer im zentral gelegenen Posthotel, sogar mit einer echten Postkutsche vor dem Eingang, erwartete uns um 17.30 Uhr der hiesige Nachtwächter zu einer historischen Stadtführung.

Vom Hotel aus gelangten wir durch schmale Gässchen mit schönen alten Fachwerkhäusern und kleinen schmucken Lädchen zur Fuldabrücke mit Wehr und Schleuse. Hier erhielten wir dann einige Informationen über das alte Landgrafenstädtchen. Über seine Gründung im 11.Jahrhundert und seine bevorzugte Lage an der engsten Stelle der Fulda. Der Ort wurde von den Landgrafen von Thüringen gegründet und mit Mauern und Türmen befestigt. Die Fulda teilt Rotenburg in die Altstadt (linkes Ufer) und die 1340 entstandene Neustadt. Beide wurden erst im Jahre 1607 offiziell vereint. Das Schloss in Rotenburg wurde 1470 erbaut und diente den Landgrafen zeitweise als Wohnort. Obwohl der Vortrag unseres „Nachtwächters“ sehr interessant und humorvoll anzuhören war, hatten wir doch auf Grund der bitteren Kälte das Gefühl, einige Körperteile (z.B. die Füße) seien nicht mehr bei uns. Doch dann kam die Rettung. Im Innenhof des Schlosses zauberte Ruth wie von Geisterhand für jeden Bedürftigen, und es waren alle bedürftig, ein kleines Schnäpschen zum Auftauen und Aufwärmen aus ihrer Tasche. Nun konnte es weiter gehen. Das nächste Ziel war der Mittelpunkt des Ortes: der Marktplatz mit dem Rathaus und der Jakobi-Kirche. Die Altstadt wird komplett von der über 5 Meter hohen Wehrauer umfasst, die vermutlich bereits bei der Stadtgründung 1248 gebaut wurde. Als Bestandteil der Stadtmauer wurden 6 Wach- und Verteidigungstürme, von denen noch zwei erhalten sind, errichtet. Im Hexenturm, den wir schnellen Schrittes passierten, soll um 1668 die letzte Hexe eingesperrt worden sein. Durch die Straßen der Innenstadt ging es weiter, vorbei an lebensgroßen Bronzefiguren, die Darstellungen aus dem bürgerlichen Leben zeigen, z.B. die Diakonisse mit ihrem Hund auf dem Weg zur Kirche. Auf dem Marktplatz, wo einige Wochen zuvor Hessens romantischster Weihnachtsmarkt stattgefunden hatte, konnten wir noch eine der größten Weihnachtspyramiden Deutschlands bestaunen. Für einen Becher Glühwein war es jedoch zu spät - dachten wir.

Einige Minuten später, als wir doch ziemlich verfroren wieder im Hotel ankamen, wurden wir bereits in der Eingangshalle mit einem köstlichen Heißgetränk - genannt Glühwein - empfangen. Nach einigen Schlückchen war die Welt wieder in Ordnung und warm. Nach einer kleinen Ruhepause waren wir wieder fit für das Abendprogramm. Um 20.00 Uhr trafen wir uns in der Poststube zu einem sehr köstlichen und reichhaltigen 4-Gang-Menü. Als Zwischengang 4a wurde vom Haus ein Haselnussgeist serviert. Sehr köstlich!! Um uns nach dem opulenten Mahl etwas die Füße zu vertreten, fuhren wir ins Untergeschoß zum „Postmix“, einem gemütlichen Abendlokal. Hier fand der Abend, bei dem ein oder anderen Cocktail und dem ein oder anderem Haselnussgeist, einen gemütlichen Ausklang.

Nach viel zu kurzer Nacht begann der folgende Tag in der Kutscherstube. Das reichhaltige und vielseitige Frühstücksbuffet bot von Rührei über Käse- und Schinkenplatte, Müsli- und Obstauswahl bis hin zu verschiedensten Kuchen alles was das Herz bzw. der Magen begehrte. Frisch gestärkt ging es dann durch Waldhessen, dem Land der Burgen, Berge und Wälder Richtung Eisenach zur Wartburg. Wir waren diesmal in geheimer Mission unterwegs, d.h. wir - der SLK Roadster Club - fuhren inkognito in drei Kombis übers Land. Die beiden einsamen SLK mit Kennzeichen aus Essen und Hannover durften, vor Eis und Schnee geschützt, in der Tiefgarage unseres 4 Sterne Hotels auf uns warten. Bei blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und einigen Minusgraden fuhren wir durch die schneebedeckte Mittelgebirgslandschaft zum Fuße der Wartburg. Da der ca. 15minütige Fußweg zur Burg steil bergauf geht und wir ja schließlich kein Wanderverein sind, hatte Ruth wohlweißlich einen Busshuttle organisiert. Der Blick vom Fuße der Burg als auch mittendrin ist beeindruckend.

Die Wartburg, umgeben von bewaldeten Höhen, nimmt in der deutschen Burgenlandschaft eine besondere Stellung ein. Sie wurde um 1067 gegründet, zwischen den Jahren 1838 und 1890 umfassend restauriert und durch entsprechende Rekonstruktionsarbeiten wurde der Burg ihr heutiges Aussehen verliehen. Schließlich wurde sie von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Führung der Burg umfasste den Palas und neun weiter Räume der Burg. Der Palas, der aus dem 12.Jahrhundert erhalten ist, stellt eine seltene Kostbarkeit spätromantischer Baukunst dar. In der Zeit der Thüringer Landgrafen, der „Ludowinger“, erblühte die Wartburg zum weitgerühmten Musenhof, in dem alle schönen Künste gepflegt wurden. Die Lieder Walthers von der Vogelweide erklangen hier und der aus der Sage bekannte Sängerkrieg auf der Wartburg wurde Vorlage für Richard Wagners „Tannhäuser“, der auch heute noch im Konzertsaal der Burg aufgeführt wird. In zwei weiteren Räumen wird durch farbenprächtige Wandmosaike das Leben und Wirken der hl. Elisabeth dargestellt. Elisabeth bewohnte mit ihren Mann und ihren drei Kindern die Burg und wurde bereits zu Lebzeiten aufgrund ihrer Barmherzigkeit und Hilfe für die Armen und Kranken verehrt. Nach dem Tod ihres Mannes wurde sie von ihrem Schwager aus der Burg vertrieben. Bereits vier Jahre nach ihrem Tod wurde Elisabeth heilig gesprochen. Der nächste Raum, die Lutherstube, zeigte den Wohn- und Arbeitsraum des Reformators. Martin Luther wurde von Papst und Kaiser verfolgt und gelangte durch eine Scheinentführung in schützenden Gemäuer der Wartburg, wo er das neue Testament aus dem Griechischen übersetzte. Mit einer großartigen Sammlung reformatorischer Flugschriften und verschiedenen Gegenständen aus seinem Besitz halten die Wartburg und ihr Museum die Erinnerung an ihren einstigen, weltberühmten Bewohner aufrecht. Die 1½-stündige Führung durch die Räume der Wartburg verging mit der jungen, kompetenten Führerin wie im Fluge. Nach soviel geballter Kultur wollte auch der Magen zu seinem Recht kommen. Dies geschah im äußerst noblen Restaurant des „Hotel auf der Wartburg“.

In historischer Umgebung und stilvollem Ambiente ließen wir es uns schmecken, bevor der Shuttlebus uns wieder zum Parkplatz brachte.

Frisch gestärkt begann um 14.30 Uhr bei -9° C, lt. Anzeige einer Apotheke, die Stadtführung in Eisenach. Wir konnten der netten Stadtführerin, die uns immer mit „liebe Gäste“ ansprach, schnell klar machen, dass die auf 1½ Stunden angelegte Stadtbesichtigung sicher auch in einer Stunde zu bewältigen sei. Sie redete wie ein Wasserfall und brachte uns im Laufschritt die Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt nah.

Eisenach, die Stadt am Fuß der Burg, ist nicht nur harmonisch in eine wunderschöne Landschaft eingebettet, sondern sie ist auch mit den Namen weltberühmter Persönlichkeiten verbunden. So ist sie nicht nur die Geburtsstadt von Johann Sebastian Bach, auch Martin Luther lebte hier mehrere Jahre während seiner Schulzeit bei der Familie Cotta und Goethe weilte als Geheimer Rat sehr oft in Eisenach und auf der Wartburg. Ausgangspunkt der Führung war das Nikolaitor, von da aus ging es zum Lutherdenkmal und zur Elisabethkirche. Sie ist die einzige katholische Kirche der Stadt und wurde nach dem Vorbild der Marburger Elisabethkirche erbaut und 1888 der heiligen Elisabeth von Thüringen geweiht. Durch die Fußgängerzone, mit ihren hübschen kleinen Geschäften und Fassaden führte uns der Rundgang weiter zum Rathaus und zum Stadtschloss. Ebenfalls am Marktplatz gelegen ist die Georgenkirche. Ludwig IV. erhielt hier seinen Ritterschlag und heiratete in dieser Kirche die später heilig gesprochene Elisabeth. Nicht weit vom Marktplatz steht das 500 Jahre alte Lutherhaus, das schönste und älteste Fachwerkhaus Eisenachs. Hier, bei der Familie Cotta, fand Luther während seiner Schulzeit so freundliche Aufnahme, dass er Eisenach später „meine liebe Stadt“ nannte. Einen Katzensprung entfernt steht das Bachdenkmal mit dem Bachhaus. Das über sechshundert Jahre alte Bürgerhaus ist das erste Johann Sebastian Bach Museum. Hier kann man Musikvorträge auf Originalinstrumenten aus der Bachzeit hören. Wir erlebten hier das Ende einer im Zeitraffer vorgetragenen Stadtgeschichte, die uns auf sehr liebenswerte Art viel Neues und Interessantes nahe brachte.

Wieder mal stark unterkühlt fuhren wir ins Hotel zurück und änderten diesen Zustand mit heißem Rum, Kakao und Sahne. Nach einer kleinen Ruhepause wurde der Abend im „Postmix“ einem ganz tollen Raum unseres Hotels mit dem Räuberessen fortgesetzt. Die Räuber von früher speisten ganz vorzüglich mit Leckereien aus dem Weiher, deftiger Kartoffelsuppe in einem ausgehöhlten kleinen Brot und üppigen Fleischplatten mit allerlei Beilagen. Zum Nachtisch wurde Baumbehangenes serviert. Es handelte sich nicht um Weihnachtskugeln, sondern um Äpfel und Birnen in Blätterteig und Vanillesoße. Leider mussten uns nach dem Essen schon die ersten Teilnehmern dieses schönen Wochenendes verlassen. Karin und Rolf Fellermann hatten am nächsten Vormittag schon einen Termin im Bremerland. Die restliche Gruppe ließ den Abend in der „Postmix-Bar“ bei Oldiemusik und guter Stimmung ausklingen.

Am Sonntagmorgen wurden wir wieder mit blauem Himmel, Sonnenschein und Temperaturen unter 0°C geweckt. Bei einer heißen Tasse Kaffee und dem großen Angebot des Frühstückbuffets wurden wir dann richtig wach. Unsere heutige letzte Ausfahrt sollte uns nach Oberellenbach führen. Vorher hatten wir aber noch einen Fototermin. Wir trafen uns alle vor dem Hoteleingang um ein Gruppenbild mit der historischen Postkutsche zu machen. Dabei hatten wir viel Spaß mit Roberts Kamera und dem Selbstauslöser. Jetzt ging es aber wirklich los zum ökologischen Biohof Kirchhof in Oberellenbach.

Oberellenbach liegt am Rande des Knüllgebirges, nahe einem Natur- und Landschaftsschutzgebiet. Der Kirchhof ist etwa 300 Jahre alt und hat seinen Namen seiner Lage, gleich hinter der alten Wehrkirche, zu verdanken. Der Hof wurde 1981 von der Fam. Hannigs, die eine Bio-Selbstversorger-Landwirtschaft aufbauen wollte, gekauft. Bereits 20 Jahre später wurden sie Preisträger des Agrarkulturpreises 2001 der Schweisfurth-Stiftung. Voller Stolz wurde uns der große, rund um belüftbare Stall gezeigt. Rechts waren die Ziegen und links die Kühe untergebracht. Die Tiere haben getrennte Fress- und Schlafbereiche, und alles macht einen auf die Bedürfnisse der Tiere angepassten Eindruck. Nach einigen Ausführungen über die artgerechte Haltung und Verpflegung der Tiere durften wir einen Blick in die Käserei und auch den Käsekeller, wo der Käse reift und gelagert wird, werfen. Hier stand auch etwas für unseren Gaumen bereit. Käsespieße mit Proben der unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen standen zum Verzehr bereit. Im gleich nebenan liegenden Hofladen konnte sich jeder mit seiner Lieblingssorte Käse, frischem Brot aus der Backstube und dem passenden Wein versorgen. Nach einem gelungenen Einkauf hieß es nun Abschied nehmen.

Trotz der niedrigen Temperaturen - das kann bei einem Wintertreffen schon mal vorkommen - konnten wir ein schönes, erlebnisreiches und harmonisches Wochenende genießen. Auch die kulturellen und lukullischen Interessen kamen nicht zu kurz. Vielen Dank für die schönen Ideen und die gute Organisation an Ruth und Siggi.



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