von
Anke Ebersberger-Maul und Stefan Maul
Dieses Augustwochenende
verbrachten wir, dank Christian, in der Region rund um
den Chiemsee. Mit 18 km Länge und 14 km Breite ist es
Bayerns größter See und wird daher auch das „Bayerische
Meer" genannt. Der 85 Quadratkilometer große See
entstand wie viele andere Voralpenseen am Ende der
letzten Eiszeit vor ca. 10000 Jahren und ist der Rest
eines Gletschers. Als Chiemgau bezeichnet man das
Alpenvorland südlich des Sees, dank seiner
Hügellandschaft vor der Kulisse der Chiemgauer Berge
eine beliebte Urlaubsregion, wie wir uns überzeugen
konnten. Stefan und ich reisten bereits am Donnerstag an
und genossen unseren zusätzlichen Tag zwischen sanften
Hügel, schattigen Wäldern, blühenden Wiesen und
idyllischen Seen.
Im Brauereigasthof wurden wir
herzlich vom Koch begrüßt, der uns bereits mit dem
Zimmerschlüssel entgegeneilte, bevor wir aus dem Auto
stiegen. Als wir am Abend die abwechslungsreiche
Speisekarte studierten, auf der sich neben der
gutbürgerlichen und bayerischen Küche auch kroatische
Spezialitäten befanden, fragte unsere Bedienung etwas
verzagt was das wohl für Leute seien die am Freitag
anreisen. Man kenne ja Autoclubs aus dem Fernsehen und
ob wir auch so seien, wie die gezeigten Opelclubs und
auf der Straße Rennen führen? Wir konnten uns ein
Schmunzeln nicht verkneifen. Lag es an uns oder an
unserem dezenten Wagen, der sie zu dem Vorurteil
brachte? Wir unterhielten uns dann über unseren
SLK-Roadster-Club und erklärten ihr, dass im Vordergrund
das gemütliche Beisammensein und die Erkundung einer
unbekannten Landschaft ständen und sie uns sicher als
angenehme Gäste empfinden würde.
Nachdem wir gut geschlummert
hatten, bekamen wir am Freitagmorgen, da wir die
einzigen Gäste des Brauhofs waren, einen extra gedeckten
Tisch mit Rundumservice. So ließ es sich gut in den Tag
starten, auch wenn das Wetter noch etwas regnerisch
aussah. Während des Tages klarte es aber nach und nach
auf und bis zum Nachmittag schien die Sonne. Bis 17:00
Uhr waren fast alle SLK’ler in Wiesmühl angekommen.
Dieses Mal brauchte nicht über die längste Anreise
diskutiert werden, denn die hatten eindeutig Gøran und
Lilian aus Norwegen!
Kurz vor 18:00 Uhr stand unser
erster gemeinsamer Termin an, die Besichtigung der
Brauerei Wieser. Das Geschlecht der Wieser von Wiesmühl
wird erstmalig um 1300 urkundlich erwähnt. Im Jahre 1824
fing Josef Wieser an Bier zu brauen. In dem Bestreben,
das Erbe zu erhalten und zu prägen, hat die Entwicklung
der Brauerei besonders durch den königlichen Posthalter
und Ökonomierat Josef Wieser (gestorben 1954) einen
großen Aufschwung erlebt. Heute beschäftigt die Brauerei
7 Mitarbeiter, die alle 2-4 Wochen das Bier abfüllen.
Gezeigt wurden uns die einzelnen Stationen die zum
wohlschmeckenden Hopfensaft führen, den wir dann im
kühlen Keller probieren durften. Die Brauerei wird heute
als Hobby betrachtet und soll auch nicht überregional
vermarktet werden, wie uns der Besitzer erklärte. Ich
würde Euch gern mehr Auskünfte zum eigentlichen
Bierbrauen geben und die Erinnerungen auffrischen bzw.
den Daheimgebliebenen einen Überblick verschaffen, aber
ich war dem Dialekt hilflos ausgeliefert. Außer
„Gärkeller" und „Hefe" verstand ich kein Wort und auch
nachdem wir dem guten Mann zu verstehen gaben, dass
einige von uns des Bayrischen nicht mächtig sind, wurde
es nicht besser. So wird es für mich wohl ein Geheimnis
bleiben, wie der Hopfen in die Flasche kommt und für
einige von Euch leider auch. Nach der Führung zogen wir
uns auf unsere Zimmer zurück, bevor wir zum Abendessen
in dem gemütlichen Biergarten das ein oder andere
Brauhaus-Bierchen kosteten. Zum Abend stießen dann auch
Bernhard und Christiane Schneider mit einem ihrer Söhne
und Pudeldame Romy zu uns. Sie machten in der Gegend
SLK-Freien Urlaub und verbrachten ein paar schöne
Stunden mit uns. Bis weit nach Mitternacht hielt es der
harte Kern unter freiem Himmel aus, bevor auch sie müde
wurden.
Bei diesem Treffen war es ganz
ausgeschlossen, falsch abzubiegen oder gänzlich den
Anschluss an die Gruppe zu verlieren, denn Christian
hatte ein einzigartiges Roadbook für uns erstellt. Er
fotografierte im Verlauf seiner Vorbereitungen jedes
Straßenschild und hielt auch besondere
Landschaftsausblicke für uns fest. Unter jedem Bild
standen Kilometerangabe und Richtungsanweisung, sowie
die Namen der Berge oder Ortschaften die wir sahen. Wir
waren alle begeistert von diesem tollen Roadbook und
nahmen anerkennend die viele Mühe wahr, die sich unser
Organisator damit gemacht hatte.
Nach einer kurzen Ansprache
über das Tagesprogramm und die wichtigsten
Verhaltensregeln während der Kolonnenfahrt, starteten
wir um 9:30 Uhr mit 13 Fahrzeugen ins Chiemgauer Land.
Etwa 30 km später machten wir bei Hochberg einen kurzen
Stopp, um die Aussicht zu genießen. Vorbei an der
Chiemgauer Voralpenlandschaft fuhren wir dann durch das
bekannte Berg- und Skidorf Reit im Winkl. Der
Höhenluftkurort befindet sich mitten in den bayerischen
Alpen auf 695 m Höhe. Durch enge, bergige Gassen rollten
unsere SLK Richtung österreichischer Grenze. Gleich die
erste Tankstelle wurde genutzt, um den Durst der Wagen
zu stillen, bevor dann einige ihren eigenen Hunger an
einem Dönerstand tilgten. Danach ging es mit Blick auf
den „Wilden Kaiser" weiter durch Österreich. Das
Kaisergebirge liegt als Kettengebirge östlich von
Kufstein zwischen den sanften und felsarmen Rücken der
Chiemgauer Berge im Norden und den Kitzbüheler Alpen im
Süden. Der nördliche Zug, der „Zahme Kaiser", erreicht
eine Höhe von 2001 m, der südliche „Wilde Kaiser"
gipfelt im 2344 m hohen Ellmauer Halt. Zurück auf
deutschem Boden warfen wir während der Fahrt durch Prien
einen Blick auf den Chiemsee und erreichten wenig später
das EFA-Museum für deutsche Automobilgeschichte in
Amerang.
Das Museum präsentiert seit
1990 eine Chronologie deutscher Oldtimer aller Marken.
Dabei konnten wir uns mehr als 220 deutsche Autolegenden
auf über 6000 qm Ausstellungsfläche anschauen. Ob Opel,
Maybach, Porsche, Ford oder Volkswagen, vieles gab es zu
bestaunen. Angefangen vom Benz Patent-Motorwagen von
1886 bis hin zu den neuesten Automodellen der Gegenwart.
Die bekanntesten Kleinwagen der 50er Jahre waren ebenso
vertreten, wie formschöne Sportwagen und bis zu 1000 PS
starke Rennwagen. Viele der Oldtimer können mit
Chauffeur gemietet werden. Angesichts der Vielfalt und
des Top-Zustandes ist es kein Wunder, dass die Exponate
oft die „Stars" vieler Foto-Shootings namhafter Firmen
sind. In einem Benz 8/20 PS Doppelphaeton (1912-1921)
machten auch einige von uns ihr besonderes
Erinnerungsfoto, da der Waagen extra für Besucher in
einer netten Landschaftskulisse stand. Neben
Filmvorführungen über namhafte Personen der
Automobilbranche, kam auch die Darstellung der Fahrzeuge
der DDR nicht zu kurz. Der Fahrzeughersteller VEB
Sachsenring Automobilwerke Zwickau produzierte ab 1958
serienmäßig den Trabant. Das erste Modell dieses
viersitzigen Kleinwagens war mit einem luftgekühlten
Zweizylinder-Zweitaktmotor ausgerüstet. Diese Maschine
hatte 500 Kubikzentimeter Hubraum und brachte eine
Leistung von 18 PS. Im Frühjahr 1963 erhielt der Trabbi
eine Leistung von 16,9 Kilowatt (23 PS). Die
selbsttragende Kunststoffkarosserie war durch ein
Stahlgerippe verstärkt, wobei die Bodengruppe als
Plattformrahmen diente. Die Radführung und Federung
erfolgte bei den Vorderrädern durch untere Querlenker
mit oberer Querblattfederung, bei den Hinterrädern
gelang dies mit Hilfe einer Pendelachse sowie
Querfedern. Das Nachfolgemodell der Trabant 601 verfügte
über eine modernere Bremsanlage sowie zahlreiche andere
Detailverbesserungen. Mit einem 26 PS starken Motor
erreicht der „601" eine Höchstgeschwindigkeit von 110
km/h. Von diesem Typ wurden in der Zeit von 1964-1990
2,5 Millionen Stück gebaut. Bis 1991 baute man auf der
Basis des 601-Modells den Trabant 1.1 mit einem
Viertaktmotor (Motor des VW-Polos). In diesem Jahr
entstand durch die Treuhandanstalt-Berlin aus dem VEB
Sachsenring die Sachsenring Automobilwerke GmbH. Die
Herstellung des Trabant wurde am 30. April 1991
eingestellt. Insgesamt wurden über drei Millionen
Trabbis gebaut. Die GmbH wurde 1993 privatisiert und
1996 in die Sachsenring Automobiltechnik AG umgewandelt.
Den Anfang unserer
Besichtigungstour machten wir jedoch in der
Sonderausstellung. Dort wurde uns die weltweit größte
serienmäßig hergestellte Modelleisenbahn-Anlage der Spur
II vorgeführt. Auf einem 500 qm großen Areal sind rund
650 m Gleise, mit über 50 Weichen und ca. 80
verschiedenen Signalen verbaut. Kreuzungen, Regel- und
Schmalspuranlagen entsprechen maßstäblich dem Original.
Wir sahen nachgestellte Szenen des Eisenbahnverkehrs mit
Personen- und Güterbahnhöfen, Rangierbahnhöfen, sowie
liebevoll gestalteten Darstellungen des Alltaglebens.
Die Anlage wurde in eine detailreich gestaltete
Landschaft eingebettet. Die Züge müssen über eine Brücke
mit 3 m Länge fahren, sich durch eine felsige Landschaft
schlängeln, eine Hafenanlage passieren und durch einen
Steinbruch dampfen. Bei einer Komplettumfahrung werden
dabei über 200 m Strecke zurückgelegt.
Nachdem wir uns noch bei einem
kleinen Snack im Museumsbistro über die Exponate
unterhalten hatten, führten uns Christian und sein
Beifahrer Thomas durch kleine Ortschaften auf
kurvenreichen Straßen zurück nach Wiesmühl wo uns eine
Führung durch den Umweltgarten erwartete.
Auf 10000 qm Fläche wurden
verschiedene Biotope und Naturerfahrungsräume
eingerichtet. So wurden wir von Herrn Gründl, dem 1.
Vorsitzenden des Projekts, durch eine dichte Hecke
geführt und auf die unterschiedlichen Sträucher
aufmerksam gemacht. So manches Gewächs, wie
beispielsweise „Griecherln" war mir unbekannt und ich
lernte einiges dazu. In Mitteleuropa gibt es etwa 30 bis
40 Weidenarten, die oft nur von Spezialisten bestimmt
werden können. Die Salweide oder Palmweide besiedelt
ganz Europa und gehört zu unseren häufigsten Weiden. Sie
ist u. a. in Gebüschen, Auenwäldern, an Waldrändern und
auf Lichtungen anzutreffen. Aspirin enthält als
Wirkstoff Salicylsäure, die wiederum ursprünglich aus
Salicin, einem in der Weidenrinde vorkommenden Stoff,
synthetisiert wurde. Früher waren Weidenrinde und
Pappelrinde, die einen dem Salicin verwandten Stoff (Populin)
beinhalten, sowohl als Fieber senkendes Mittel als auch
Rheumamittel in Gebrauch. Mit unerschöpflichem Eifer
wurde uns eine Vielzahl von Kräutern erklärt, bevor wir
zur Unterwasser-Beobachtungsstation aufbrachen. Zwei 2,5
m tiefe Becken mit je 100000 Liter Wasser beherbergen
Raub- und Friedfische. Durch die 99 mm dicken Scheiben
die ein Gewicht von je 450 kg aushalten, konnten wir
z.B. Muscheln, Krebse, Spiegelkarpfen, Moderlieschen,
einen riesigen Hecht und Gründlinge in ihrem natürlichen
Lebensraum beobachten. Die zwei voneinander getrennten
Wasserbecken sind nur durch eine Überlaufleitung
miteinander verbunden. Das Wasser wird aus beiden Becken
mit einer Pumpe zuerst über ein Reinigungsflies
geleitet, um Schwebstoffe zu entfernen. Anschließend
durchfließt es die Pflanzenkläranlage
(Wurzelraumverfahren). Die Pflanzen nehmen die
Nährstoffe aus dem Wasser auf und somit wird eine
Algenbildung verhindert. Es war wirklich interessant so
einen Teich mal von unten zu betrachten. Jedoch wurde es
uns dann ziemlich warm und stickig in der
Unterwasser-Beobachtungsstation und wir gingen weiter zu
den Bienen.
Ein Teil der Insekten war für
die bessere Beobachtung in einem Lehr-Bienenstand
untergebracht und wir sahen ein lebhaftes Gewimmel rund
um die gekennzeichnete Königin. Die Honigbiene gilt als
wirtschaftlich wertvollstes Insekt. Diesen Ruf genießt
sie vor allem wegen ihrer Produktion von Honig und
Bienenwachs. Der größte Nutzen der Honigbiene liegt
allerdings in der Bestäubung von Nutzpflanzen, sowie von
vielen wild wachsenden Pflanzen, die beispielsweise
Bodenerosion verhindern. Sie ist ein soziales Insekt,
das nur als Mitglied einer Gemeinschaft überleben kann,
die man als Staat, Kolonie oder Volk bezeichnet. Die
Gesellschaft der Honigbiene besteht aus drei in ihrem
Körperbau unterschiedlichen Formen: der (weiblichen)
Königin, den (männlichen) Drohnen und den Arbeiterinnen
(sterilen Weibchen). Die Königin ist das einzige sich
fortpflanzende Weibchen der Gemeinschaft und somit
Mutter sämtlicher Drohnen, Arbeiterinnen und zukünftiger
Königinnen. Sie produziert täglich mehr als 1500 Eier,
deren Gewicht dem ihres eigenen Körpers gleichkommt. Die
Zahl der Arbeiterinnen reicht im Frühjahr in einem Volk
von 8000 bis 15000, im Frühsommer kann ihre Zahl mehr
als 80000 betragen. Unterschiedliche Aufgaben werden von
verschiedenen Altersgruppen ausgeführt. Die jüngsten
Arbeiterinnen beginnen zunächst als Säuberer der Zellen.
Zu den Aufgaben etwas reiferer Arbeiterinnen gehören das
Füttern von Hunderten junger Bienen, die Pflege der
Königin, das Erzeugen von Wärme und das Belüften, das
Bewachen des Stockeingangs, das Entfernen von toten
Bienen und schließlich das Einbringen von Nektar, Pollen
und Wasser. Sie sondern Wachs ab, bauen Waben und
wandeln den Nektar in Honig um. Die Arbeiterinnen
vermögen sich nicht zu paaren und fortzupflanzen. Die
Drohnen der Honigbiene besitzen keinen Stachel und sind
wehrlos, ihre einzige Aufgabe besteht darin, sich mit
neuen Königinnen zu paaren. Unmittelbar nach der
Paarung, die stets außerhalb des Stockes im Flug
stattfindet, sterben die Drohnen. Nach diesem Streifzug
durch die Natur waren wir froh über eine kleine Pause
und ein anschließendes kühles Getränk. Beim Abendessen
genossen wir die letzten Sonnenstrahlen im Biergarten.
Selbst ein Regenschauer konnte uns nicht vertreiben,
stattdessen rückten wir zu einer geselligen Runde
dichter unter den Sonnenschirmen zusammen.
Am Sonntag starteten wir mit 8
SLK zu einer weiteren Ausfahrt. Zunächst fuhren wir
durch den Chiemgau nach Rott am Inn. Pünktlich zum 11
Uhr Glockenläuten hatten wir das ehemalige
Benediktinerkloster erreicht. Die Benediktiner sind
Mönche und Nonnen, welche die Regel des heiligen
Benedikt von Nursia befolgen. Die ersten zwölf
Benediktinerklöster wurden im frühen 6. Jahrhundert in
Subiaco bei Rom gegründet. Ihr Begründer stiftete später
das berühmte Kloster von Montecassino, wo er die
Mönchsregel verfasste, durch die das gesamte
abendländische Klosterleben organisiert und wieder
belebt wurde. Gemessen an den Normen der Zeit forderte
die Benediktinerregel keine besonders ausgeprägte
Strenge und Askese. Die Klosterkirche von Rott am Inn,
die von 1759-1763 erbaut wurde, befindet sich auf dem
Gebiet einer im 11. Jahrhundert gegründeten
Benediktinerabtei. Berühmte Künstler der Epoche haben
sich hier ein bleibendes Denkmal gesetzt. Johann Michael
Fischer (1692-1766) schuf die Architektur. Er wurde in
Burglengenfeld in der Oberpfalz geboren und entwarf seit
1721 Kirchen- und Klosterbauten. Als Stadtbaumeister in
München vertrat er den deutschen Spätbarock, seine
Alterswerke allerdings nähern sich bereits dem
Klassizismus an. Fischer setzte das zeitgenössische
Ideal eines lichterfüllten Einheitsraumes vollendet um,
indem er Zentral- und Langhaus verschmolz. Für Ignaz
Günther (1725-1775) war die Kirchenausstattung für die
ehemalige Benediktinerabtei eines seiner Hauptwerke.
Seine grazilen, in zarter Farbigkeit gehaltenen
Gewandfiguren spiegeln sowohl kirchliche Frömmigkeit als
auch elegant wirkende Anmut wider. Auf uns wirkte die
Kirche daher hell und freundlich und für die wunderschön
verspielten Deckenfresken verdrehten wir uns gern die
Köpfe. Auf dem alten Friedhof der Kirchanlage befindet
sich auch die Familiengruft in der der 1988 verstorbene
bayerische Ministerpräsident (1978-1988) Franz Josef
Strauß beigesetzt wurde. Strauß wurde 1915 in München
geboren. In den dreißiger Jahren studierte er Geschichte
und klassische Philologie, nahm ab 1939 als Soldat der
Wehrmacht am 2. Weltkrieg teil und geriet in
amerikanische Gefangenschaft. Nach Kriegsende war Strauß
1945 maßgeblich an der Gründung der CSU beteiligt, deren
landes- und bundespolitisches Profil er entscheidend
prägte und die er im Laufe der Jahre zur
mitgliederstärksten Volkspartei in Bayern formte. Von
1949-1952 war er Generalsekretär, von 1952-1961
stellvertretender Vorsitzender und von 1961 bis zu
seinem Tod 1988 Vorsitzender der CSU. Nachdem wir uns
die Gruft angeschaut hatten ging unser Sonntagsausflug
weiter zum Ebersberger Forst. Dieser gehört mit seinen
rund 90 Quadratkilometern zu den großen
zusammenhängenden Waldgebieten Deutschlands. Mitten im
Forst liegt die urige Waldgaststätte „Sauschütt". Dort
nahmen wir ein letztes bayerisches Mittagsmahl zu uns,
um gestärkt die Heimreise anzutreten. Nach dem Essen und
pünktlich zum Ausklang des Chiemgau-Treffens setzte
leichter Regen ein. Christian eskortierte uns noch bis
zur Autobahn und damit war ein schönes Wochenende schon
wieder vorüber.