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Fotoalben
 


18. - 20. August 2006: Chiemsee-Treffen

 
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Freitagabend

 
Besichtigung der Brauerei Wieser
 
Der Abend im Biergarten
 

Bilder vom Samstag

 
Bilder von der Ausfahrt
 
Weitere Impressionen während der Ausfahrt
 
Tankpause mit Preisen wie vor Jahren
 
Besuch des Museums für deutsche Automobilgeschichte
 
Besichtigung des LBV-Umweltgartens
 

Bilder vom Sonntag

 
Ausfahrt am Sonntag
 
Besichtigung der Klosterkirche Rott am Inn
 
Treffensabschluss im Ebersberger Forst
 


Weitere Fotos
des Treffens von Siggi
 
von Anke Ebersberger-Maul und Stefan Maul

Dieses Augustwochenende verbrachten wir, dank Christian, in der Region rund um den Chiemsee. Mit 18 km Länge und 14 km Breite ist es Bayerns größter See und wird daher auch das „Bayerische Meer" genannt. Der 85 Quadratkilometer große See entstand wie viele andere Voralpenseen am Ende der letzten Eiszeit vor ca. 10000 Jahren und ist der Rest eines Gletschers. Als Chiemgau bezeichnet man das Alpenvorland südlich des Sees, dank seiner Hügellandschaft vor der Kulisse der Chiemgauer Berge eine beliebte Urlaubsregion, wie wir uns überzeugen konnten. Stefan und ich reisten bereits am Donnerstag an und genossen unseren zusätzlichen Tag zwischen sanften Hügel, schattigen Wäldern, blühenden Wiesen und idyllischen Seen.

Im Brauereigasthof wurden wir herzlich vom Koch begrüßt, der uns bereits mit dem Zimmerschlüssel entgegeneilte, bevor wir aus dem Auto stiegen. Als wir am Abend die abwechslungsreiche Speisekarte studierten, auf der sich neben der gutbürgerlichen und bayerischen Küche auch kroatische Spezialitäten befanden, fragte unsere Bedienung etwas verzagt was das wohl für Leute seien die am Freitag anreisen. Man kenne ja Autoclubs aus dem Fernsehen und ob wir auch so seien, wie die gezeigten Opelclubs und auf der Straße Rennen führen? Wir konnten uns ein Schmunzeln nicht verkneifen. Lag es an uns oder an unserem dezenten Wagen, der sie zu dem Vorurteil brachte? Wir unterhielten uns dann über unseren SLK-Roadster-Club und erklärten ihr, dass im Vordergrund das gemütliche Beisammensein und die Erkundung einer unbekannten Landschaft ständen und sie uns sicher als angenehme Gäste empfinden würde.

Nachdem wir gut geschlummert hatten, bekamen wir am Freitagmorgen, da wir die einzigen Gäste des Brauhofs waren, einen extra gedeckten Tisch mit Rundumservice. So ließ es sich gut in den Tag starten, auch wenn das Wetter noch etwas regnerisch aussah. Während des Tages klarte es aber nach und nach auf und bis zum Nachmittag schien die Sonne. Bis 17:00 Uhr waren fast alle SLK’ler in Wiesmühl angekommen. Dieses Mal brauchte nicht über die längste Anreise diskutiert werden, denn die hatten eindeutig Gøran und Lilian aus Norwegen!

Kurz vor 18:00 Uhr stand unser erster gemeinsamer Termin an, die Besichtigung der Brauerei Wieser. Das Geschlecht der Wieser von Wiesmühl wird erstmalig um 1300 urkundlich erwähnt. Im Jahre 1824 fing Josef Wieser an Bier zu brauen. In dem Bestreben, das Erbe zu erhalten und zu prägen, hat die Entwicklung der Brauerei besonders durch den königlichen Posthalter und Ökonomierat Josef Wieser (gestorben 1954) einen großen Aufschwung erlebt. Heute beschäftigt die Brauerei 7 Mitarbeiter, die alle 2-4 Wochen das Bier abfüllen. Gezeigt wurden uns die einzelnen Stationen die zum wohlschmeckenden Hopfensaft führen, den wir dann im kühlen Keller probieren durften. Die Brauerei wird heute als Hobby betrachtet und soll auch nicht überregional vermarktet werden, wie uns der Besitzer erklärte. Ich würde Euch gern mehr Auskünfte zum eigentlichen Bierbrauen geben und die Erinnerungen auffrischen bzw. den Daheimgebliebenen einen Überblick verschaffen, aber ich war dem Dialekt hilflos ausgeliefert. Außer „Gärkeller" und „Hefe" verstand ich kein Wort und auch nachdem wir dem guten Mann zu verstehen gaben, dass einige von uns des Bayrischen nicht mächtig sind, wurde es nicht besser. So wird es für mich wohl ein Geheimnis bleiben, wie der Hopfen in die Flasche kommt und für einige von Euch leider auch. Nach der Führung zogen wir uns auf unsere Zimmer zurück, bevor wir zum Abendessen in dem gemütlichen Biergarten das ein oder andere Brauhaus-Bierchen kosteten. Zum Abend stießen dann auch Bernhard und Christiane Schneider mit einem ihrer Söhne und Pudeldame Romy zu uns. Sie machten in der Gegend SLK-Freien Urlaub und verbrachten ein paar schöne Stunden mit uns. Bis weit nach Mitternacht hielt es der harte Kern unter freiem Himmel aus, bevor auch sie müde wurden.

Bei diesem Treffen war es ganz ausgeschlossen, falsch abzubiegen oder gänzlich den Anschluss an die Gruppe zu verlieren, denn Christian hatte ein einzigartiges Roadbook für uns erstellt. Er fotografierte im Verlauf seiner Vorbereitungen jedes Straßenschild und hielt auch besondere Landschaftsausblicke für uns fest. Unter jedem Bild standen Kilometerangabe und Richtungsanweisung, sowie die Namen der Berge oder Ortschaften die wir sahen. Wir waren alle begeistert von diesem tollen Roadbook und nahmen anerkennend die viele Mühe wahr, die sich unser Organisator damit gemacht hatte.

Nach einer kurzen Ansprache über das Tagesprogramm und die wichtigsten Verhaltensregeln während der Kolonnenfahrt, starteten wir um 9:30 Uhr mit 13 Fahrzeugen ins Chiemgauer Land. Etwa 30 km später machten wir bei Hochberg einen kurzen Stopp, um die Aussicht zu genießen. Vorbei an der Chiemgauer Voralpenlandschaft fuhren wir dann durch das bekannte Berg- und Skidorf Reit im Winkl. Der Höhenluftkurort befindet sich mitten in den bayerischen Alpen auf 695 m Höhe. Durch enge, bergige Gassen rollten unsere SLK Richtung österreichischer Grenze. Gleich die erste Tankstelle wurde genutzt, um den Durst der Wagen zu stillen, bevor dann einige ihren eigenen Hunger an einem Dönerstand tilgten. Danach ging es mit Blick auf den „Wilden Kaiser" weiter durch Österreich. Das Kaisergebirge liegt als Kettengebirge östlich von Kufstein zwischen den sanften und felsarmen Rücken der Chiemgauer Berge im Norden und den Kitzbüheler Alpen im Süden. Der nördliche Zug, der „Zahme Kaiser", erreicht eine Höhe von 2001 m, der südliche „Wilde Kaiser" gipfelt im 2344 m hohen Ellmauer Halt. Zurück auf deutschem Boden warfen wir während der Fahrt durch Prien einen Blick auf den Chiemsee und erreichten wenig später das EFA-Museum für deutsche Automobilgeschichte in Amerang.

Das Museum präsentiert seit 1990 eine Chronologie deutscher Oldtimer aller Marken. Dabei konnten wir uns mehr als 220 deutsche Autolegenden auf über 6000 qm Ausstellungsfläche anschauen. Ob Opel, Maybach, Porsche, Ford oder Volkswagen, vieles gab es zu bestaunen. Angefangen vom Benz Patent-Motorwagen von 1886 bis hin zu den neuesten Automodellen der Gegenwart. Die bekanntesten Kleinwagen der 50er Jahre waren ebenso vertreten, wie formschöne Sportwagen und bis zu 1000 PS starke Rennwagen. Viele der Oldtimer können mit Chauffeur gemietet werden. Angesichts der Vielfalt und des Top-Zustandes ist es kein Wunder, dass die Exponate oft die „Stars" vieler Foto-Shootings namhafter Firmen sind. In einem Benz 8/20 PS Doppelphaeton (1912-1921) machten auch einige von uns ihr besonderes Erinnerungsfoto, da der Waagen extra für Besucher in einer netten Landschaftskulisse stand. Neben Filmvorführungen über namhafte Personen der Automobilbranche, kam auch die Darstellung der Fahrzeuge der DDR nicht zu kurz. Der Fahrzeughersteller VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau produzierte ab 1958 serienmäßig den Trabant. Das erste Modell dieses viersitzigen Kleinwagens war mit einem luftgekühlten Zweizylinder-Zweitaktmotor ausgerüstet. Diese Maschine hatte 500 Kubikzentimeter Hubraum und brachte eine Leistung von 18 PS. Im Frühjahr 1963 erhielt der Trabbi eine Leistung von 16,9 Kilowatt (23 PS). Die selbsttragende Kunststoffkarosserie war durch ein Stahlgerippe verstärkt, wobei die Bodengruppe als Plattformrahmen diente. Die Radführung und Federung erfolgte bei den Vorderrädern durch untere Querlenker mit oberer Querblattfederung, bei den Hinterrädern gelang dies mit Hilfe einer Pendelachse sowie Querfedern. Das Nachfolgemodell der Trabant 601 verfügte über eine modernere Bremsanlage sowie zahlreiche andere Detailverbesserungen. Mit einem 26 PS starken Motor erreicht der „601" eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h. Von diesem Typ wurden in der Zeit von 1964-1990 2,5 Millionen Stück gebaut. Bis 1991 baute man auf der Basis des 601-Modells den Trabant 1.1 mit einem Viertaktmotor (Motor des VW-Polos). In diesem Jahr entstand durch die Treuhandanstalt-Berlin aus dem VEB Sachsenring die Sachsenring Automobilwerke GmbH. Die Herstellung des Trabant wurde am 30. April 1991 eingestellt. Insgesamt wurden über drei Millionen Trabbis gebaut. Die GmbH wurde 1993 privatisiert und 1996 in die Sachsenring Automobiltechnik AG umgewandelt.

Den Anfang unserer Besichtigungstour machten wir jedoch in der Sonderausstellung. Dort wurde uns die weltweit größte serienmäßig hergestellte Modelleisenbahn-Anlage der Spur II vorgeführt. Auf einem 500 qm großen Areal sind rund 650 m Gleise, mit über 50 Weichen und ca. 80 verschiedenen Signalen verbaut. Kreuzungen, Regel- und Schmalspuranlagen entsprechen maßstäblich dem Original. Wir sahen nachgestellte Szenen des Eisenbahnverkehrs mit Personen- und Güterbahnhöfen, Rangierbahnhöfen, sowie liebevoll gestalteten Darstellungen des Alltaglebens. Die Anlage wurde in eine detailreich gestaltete Landschaft eingebettet. Die Züge müssen über eine Brücke mit 3 m Länge fahren, sich durch eine felsige Landschaft schlängeln, eine Hafenanlage passieren und durch einen Steinbruch dampfen. Bei einer Komplettumfahrung werden dabei über 200 m Strecke zurückgelegt.

Nachdem wir uns noch bei einem kleinen Snack im Museumsbistro über die Exponate unterhalten hatten, führten uns Christian und sein Beifahrer Thomas durch kleine Ortschaften auf kurvenreichen Straßen zurück nach Wiesmühl wo uns eine Führung durch den Umweltgarten erwartete.

Auf 10000 qm Fläche wurden verschiedene Biotope und Naturerfahrungsräume eingerichtet. So wurden wir von Herrn Gründl, dem 1. Vorsitzenden des Projekts, durch eine dichte Hecke geführt und auf die unterschiedlichen Sträucher aufmerksam gemacht. So manches Gewächs, wie beispielsweise „Griecherln" war mir unbekannt und ich lernte einiges dazu. In Mitteleuropa gibt es etwa 30 bis 40 Weidenarten, die oft nur von Spezialisten bestimmt werden können. Die Salweide oder Palmweide besiedelt ganz Europa und gehört zu unseren häufigsten Weiden. Sie ist u. a. in Gebüschen, Auenwäldern, an Waldrändern und auf Lichtungen anzutreffen. Aspirin enthält als Wirkstoff Salicylsäure, die wiederum ursprünglich aus Salicin, einem in der Weidenrinde vorkommenden Stoff, synthetisiert wurde. Früher waren Weidenrinde und Pappelrinde, die einen dem Salicin verwandten Stoff (Populin) beinhalten, sowohl als Fieber senkendes Mittel als auch Rheumamittel in Gebrauch. Mit unerschöpflichem Eifer wurde uns eine Vielzahl von Kräutern erklärt, bevor wir zur Unterwasser-Beobachtungsstation aufbrachen. Zwei 2,5 m tiefe Becken mit je 100000 Liter Wasser beherbergen Raub- und Friedfische. Durch die 99 mm dicken Scheiben die ein Gewicht von je 450 kg aushalten, konnten wir z.B. Muscheln, Krebse, Spiegelkarpfen, Moderlieschen, einen riesigen Hecht und Gründlinge in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Die zwei voneinander getrennten Wasserbecken sind nur durch eine Überlaufleitung miteinander verbunden. Das Wasser wird aus beiden Becken mit einer Pumpe zuerst über ein Reinigungsflies geleitet, um Schwebstoffe zu entfernen. Anschließend durchfließt es die Pflanzenkläranlage (Wurzelraumverfahren). Die Pflanzen nehmen die Nährstoffe aus dem Wasser auf und somit wird eine Algenbildung verhindert. Es war wirklich interessant so einen Teich mal von unten zu betrachten. Jedoch wurde es uns dann ziemlich warm und stickig in der Unterwasser-Beobachtungsstation und wir gingen weiter zu den Bienen.

Ein Teil der Insekten war für die bessere Beobachtung in einem Lehr-Bienenstand untergebracht und wir sahen ein lebhaftes Gewimmel rund um die gekennzeichnete Königin. Die Honigbiene gilt als wirtschaftlich wertvollstes Insekt. Diesen Ruf genießt sie vor allem wegen ihrer Produktion von Honig und Bienenwachs. Der größte Nutzen der Honigbiene liegt allerdings in der Bestäubung von Nutzpflanzen, sowie von vielen wild wachsenden Pflanzen, die beispielsweise Bodenerosion verhindern. Sie ist ein soziales Insekt, das nur als Mitglied einer Gemeinschaft überleben kann, die man als Staat, Kolonie oder Volk bezeichnet. Die Gesellschaft der Honigbiene besteht aus drei in ihrem Körperbau unterschiedlichen Formen: der (weiblichen) Königin, den (männlichen) Drohnen und den Arbeiterinnen (sterilen Weibchen). Die Königin ist das einzige sich fortpflanzende Weibchen der Gemeinschaft und somit Mutter sämtlicher Drohnen, Arbeiterinnen und zukünftiger Königinnen. Sie produziert täglich mehr als 1500 Eier, deren Gewicht dem ihres eigenen Körpers gleichkommt. Die Zahl der Arbeiterinnen reicht im Frühjahr in einem Volk von 8000 bis 15000, im Frühsommer kann ihre Zahl mehr als 80000 betragen. Unterschiedliche Aufgaben werden von verschiedenen Altersgruppen ausgeführt. Die jüngsten Arbeiterinnen beginnen zunächst als Säuberer der Zellen. Zu den Aufgaben etwas reiferer Arbeiterinnen gehören das Füttern von Hunderten junger Bienen, die Pflege der Königin, das Erzeugen von Wärme und das Belüften, das Bewachen des Stockeingangs, das Entfernen von toten Bienen und schließlich das Einbringen von Nektar, Pollen und Wasser. Sie sondern Wachs ab, bauen Waben und wandeln den Nektar in Honig um. Die Arbeiterinnen vermögen sich nicht zu paaren und fortzupflanzen. Die Drohnen der Honigbiene besitzen keinen Stachel und sind wehrlos, ihre einzige Aufgabe besteht darin, sich mit neuen Königinnen zu paaren. Unmittelbar nach der Paarung, die stets außerhalb des Stockes im Flug stattfindet, sterben die Drohnen. Nach diesem Streifzug durch die Natur waren wir froh über eine kleine Pause und ein anschließendes kühles Getränk. Beim Abendessen genossen wir die letzten Sonnenstrahlen im Biergarten. Selbst ein Regenschauer konnte uns nicht vertreiben, stattdessen rückten wir zu einer geselligen Runde dichter unter den Sonnenschirmen zusammen.

Am Sonntag starteten wir mit 8 SLK zu einer weiteren Ausfahrt. Zunächst fuhren wir durch den Chiemgau nach Rott am Inn. Pünktlich zum 11 Uhr Glockenläuten hatten wir das ehemalige Benediktinerkloster erreicht. Die Benediktiner sind Mönche und Nonnen, welche die Regel des heiligen Benedikt von Nursia befolgen. Die ersten zwölf Benediktinerklöster wurden im frühen 6. Jahrhundert in Subiaco bei Rom gegründet. Ihr Begründer stiftete später das berühmte Kloster von Montecassino, wo er die Mönchsregel verfasste, durch die das gesamte abendländische Klosterleben organisiert und wieder belebt wurde. Gemessen an den Normen der Zeit forderte die Benediktinerregel keine besonders ausgeprägte Strenge und Askese. Die Klosterkirche von Rott am Inn, die von 1759-1763 erbaut wurde, befindet sich auf dem Gebiet einer im 11. Jahrhundert gegründeten Benediktinerabtei. Berühmte Künstler der Epoche haben sich hier ein bleibendes Denkmal gesetzt. Johann Michael Fischer (1692-1766) schuf die Architektur. Er wurde in Burglengenfeld in der Oberpfalz geboren und entwarf seit 1721 Kirchen- und Klosterbauten. Als Stadtbaumeister in München vertrat er den deutschen Spätbarock, seine Alterswerke allerdings nähern sich bereits dem Klassizismus an. Fischer setzte das zeitgenössische Ideal eines lichterfüllten Einheitsraumes vollendet um, indem er Zentral- und Langhaus verschmolz. Für Ignaz Günther (1725-1775) war die Kirchenausstattung für die ehemalige Benediktinerabtei eines seiner Hauptwerke. Seine grazilen, in zarter Farbigkeit gehaltenen Gewandfiguren spiegeln sowohl kirchliche Frömmigkeit als auch elegant wirkende Anmut wider. Auf uns wirkte die Kirche daher hell und freundlich und für die wunderschön verspielten Deckenfresken verdrehten wir uns gern die Köpfe. Auf dem alten Friedhof der Kirchanlage befindet sich auch die Familiengruft in der der 1988 verstorbene bayerische Ministerpräsident (1978-1988) Franz Josef Strauß beigesetzt wurde. Strauß wurde 1915 in München geboren. In den dreißiger Jahren studierte er Geschichte und klassische Philologie, nahm ab 1939 als Soldat der Wehrmacht am 2. Weltkrieg teil und geriet in amerikanische Gefangenschaft. Nach Kriegsende war Strauß 1945 maßgeblich an der Gründung der CSU beteiligt, deren landes- und bundespolitisches Profil er entscheidend prägte und die er im Laufe der Jahre zur mitgliederstärksten Volkspartei in Bayern formte. Von 1949-1952 war er Generalsekretär, von 1952-1961 stellvertretender Vorsitzender und von 1961 bis zu seinem Tod 1988 Vorsitzender der CSU. Nachdem wir uns die Gruft angeschaut hatten ging unser Sonntagsausflug weiter zum Ebersberger Forst. Dieser gehört mit seinen rund 90 Quadratkilometern zu den großen zusammenhängenden Waldgebieten Deutschlands. Mitten im Forst liegt die urige Waldgaststätte „Sauschütt". Dort nahmen wir ein letztes bayerisches Mittagsmahl zu uns, um gestärkt die Heimreise anzutreten. Nach dem Essen und pünktlich zum Ausklang des Chiemgau-Treffens setzte leichter Regen ein. Christian eskortierte uns noch bis zur Autobahn und damit war ein schönes Wochenende schon wieder vorüber.



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