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April, April
– die norddeutsche Sonne hat uns bei der Bremerland-Tour
in den April geschickt: sie schien immer - jedoch meist
über den Regen-Wolken. Nur ab und zu schaute sie sich
unser interessantes Wochenende auch einmal direkt an.
Am
Anreise-Freitag spielte die Sonne bereits ihr
April-Spielchen mit uns:
Auf dem Weg
zum Verdener Hotel Niedersachsenhof regnet es häufig.
Doch als wir uns zum nahe gelegenen „Hannoveraner
Verband“ zu Fuß auf den Weg machten, hatte die Sonne ein
Einsehen mit uns - es war trocken.
Zunächst
machte uns Dr. Hempel vom Hannoveraner Verband darauf
aufmerksam, dass das Hannoveraner Pferd nicht nur 1 PS
hat, sondern es auf bis zu 3 PS bringen kann. Die
PS-Anzahl in unseren SLK müssen also relativiert werden.
Außerdem sei es kein Problem, bei den
Elite-Pferdeauktionen in Verden auch auf deutlich über
350 PS zu kommen.
Der
Hannoveraner ist eine der bedeutendsten Pferderassen der
Welt. Mit rund 19.000 Zuchtstuten und 420 Hengsten und
den vielen Pferdesporterfolgen nimmt der Hannoveraner
weltweit eine Spitzenposition ein - ob Dressur-, Spring-
oder Vielseitigkeitssport. Schaufenster der Zucht sind
die weltweit bekannten und beliebten Auktionen in Verden
an der Aller.
Mit dem
Hannoveraner Verband eng verbunden ist die Verdener
Niedersachsenhalle. Hier finden die Auktionen statt -
aber auch die Präsentation der Elite-Pferde und deren
Pflege. Es werden rund 1.000 Pferde pro Jahr in Verden
von den Züchtern per Auktion verkauft. Über 50% gehen in
den Export - nach Japan, USA, Kanada - quasi in die
ganze Welt. Der Spitzenpreis lag bisher bei 800.000,--
Euro - für ein Pferd !
Bei der
Besichtigung der Halle und der Stallungen konnten wir
das sehr gepflegte Niveau des Pferdesports in
Augenschein nehmen und uns Fragen von Dr. Hempel
beantworten lassen.
Und noch
eine Gemeinsamkeit mit dem SLK wurde aufgedeckt: auch
unser SLK ist ein Warmblüter - erst nach einer
angemessenen Warmlaufphase bringt er seine volle
Leistung. Wie das Hannoveraner Pferd.
Ruth stellte
fest, dass sie vielleicht doch eher zu den Kaltblütern
gehören würde. Morgens Knopf an - Leistung da. Die
Warmlaufphase braucht sie nicht so wirklich. Siggi, so
stellte sie fest, wäre eindeutig ein Warmblüter.
Und wenn das
Pferd seine Leistung gebracht hat, muss es gepflegt
werden - wie der SLK. So konnten wir nicht nur die
Pferde in ihrem gemütlichen Boxen sehen, sondern auch
eines unter dem Solarium - das sei gut für das Fell.
Pferde-Beamte haben das größte Vergnügen. Die Hengste,
die dem Land gehören - sozusagen Beamte - beglücken am
meisten die Stuten. Irgendwie wurden wir das Gefühl
nicht los, das Siggi und Ruth am schmunzeln waren. Aber
war das nun wegen dem Beamten oder dem Hengst…..?
So manch
Eine(r) unserer SLK-Freunde hat -zumindest kurzzeitig-
über einen PS-Wechsel vom SLK zum Hannoveraner Pferd
nachgedacht. Vielleicht wird in den nächsten Monaten der
ein oder andere SLK bei der Verdener Elite-Auktion
gesichtet - die SLK-Club-Post wird exclusiv berichten !
Zurückgekehrt im Hotel gaben Rolf und Karin Fellermann
beim „Abendmahl“ einen Ausblick auf das Wochenende.
Zur
Begrüßung gab es neben den obligatorischen Infos eine
sehr schöne Weinflasche mit dem Motiv der Bremer
Stadtmusikanten. Karin und Rolf übergaben dieses in
einer ganz tollen Baumwolltasche mit einem Motiv aus
Verden. Einige Damen hatten vorher diese Tasche bei
Karin schon entdeckt und meinten „hübsche Tasche“ - ein
paar Stunden später könnten sie auch eine „hübsche
Tasche“ ihr Eigen nennen.
Am Samstag
hat uns die Sonne dann beim Frühstück richtig aufs Korn
genommen: der Himmel wurde blau - unsere Augen
leuchteten - die SLK frohlockten.
Aber schon
bei der ersten Etappe mussten wegen tränenreichem
Sonnenschein die Dächer geschlossen bleiben: In Verden
überquerten wir die Aller-Brücke und konnten das
Panorama der überschwemmten Allerwiesen in voller Pracht
genießen. Über die „Straße der Weser-Renaissance“
brausten unsere 8 Fahrzeuge durchs kurvenreiche (aber
flache) Weser-Gebiet Richtung Bremen. Über die A 27 an
Bremen vorbei Richtung Norden nach Schwanewede und
parallel zur Weser zum neuen Weser-Tunnel. Leider
schickte uns die Sonne wiederum in den April. Auch nach
dem Weser-Tunnel haben nur die Härtesten mit offenem
SLK-Visier gekämpft (alle Achtung, Andreas !).
Im
Butjadinger Land war unser erstes Etappenziel in
Fedderwardersiel erreicht. Im Nationalpark-Haus Museum
Fedderwardersiel hat uns die Gästeführerin nicht nur
frischen Kaffee serviert - sondern über Ebbe und Flut,
Deich-Sicherung und Vögel und Pflanzen der Salzwiesen
umfangreich Auskunft gegeben.
Beeindruckend waren ihre Erzählungen aus der Tierwelt.
Eine Möwe hat einen kleinen roten Fleck an ihrem
Schnabel. Hat ein Junges Hunger, klopft es gegen diesen
roten Fleck und die Möwe beginnt mit der Fütterung. Es
ist immer wieder interessant zu hören, was es in der
Natur so gibt.
Der
anschließende Blick entlang des Kutterhafens in die
Wesermündung hat die Ausführungen nochmals bestätigt.
Nun folgte
für die SLK ein weiteres Highlight: Entlang des Deichs
zur Verschiffung und Grenzüberquerung - von diesem
Zipfel Niedersachsen per Fähre in das Bundesland Bremen,
nach Bremerhaven. Die Fähr-Fahrt gleicht einer kleinen
See-Reise, weil die Wesermündung gequert wird. Das
Wasser ist bereits mehr „Nordsee“ als „Weser“ - und mit
ein bisschen Phantasie konnten auch Seehunde und Wale
gesichtet werden. Es soll sogar ein Hai in der Nähe der
Fähre gewesen sein.
In
Bremerhaven angekommen, haben wir die
Fischereihafen-Schleuse überfahren und den
Fischereihafen von der südlichen Labrador-Pier entlang
ins „Schaufenster Fischereihafen“ ergründet. Diese
ehemaligen Fisch-Packhallen sind sehr schön touristische
erschlossen und hergerichtet worden - natürlich durfte
ein frisches Fisch-Brötchen nicht fehlen. Der Kaffee
(und Butterkuchen) wurde dann zünftig an Bord des
„Salon-Dampfers Hansa“ eingenommen. Hier gab es so
leckeren Darboven Kaffee, dass einige Teilnehmer am
nächsten Tag noch von dem leckeren Kaffee schwärmten.
Nach einer
kleinen SLK-Bremerhaven-Schleife -Columbus-Center,
U-Boot-Museum, Deutsches Schifffahrtsmuseum, Deutsches
Auswandererhaus- brausten wir dann über die Autobahn
Richtung Süden, nach Worpswede.
Worpswede
ist überregional als „Künstlerdorf“ im Teufelsmoor
bekannt. Die bekanntesten Künstler (Heinrich Vogeler,
Paula Modersohn-Becker) sind leider schon lange
verstorben - und die heute in Worpswede lebenden
Künstler sind leider noch nicht sehr bekannt. Allerdings
leben sie ja auch noch. Aber dennoch konnten wir uns in
einer Kunstausstellung über die Qualitäten informieren
und Anregungen in den kleinen Boutiquen sammeln. Zum
Glück hatten wir Michael dabei, der uns in einer
Kunstgalerie wunderbar die dort ausgestellten Bilder und
Skulpturen erklären konnte. Da erkannte man den Kenner
der Kunst. :-)
Für die
Schluss-Etappe waren alle fest entschlossen, das Dach zu
öffnen. Die Sonne trieb wieder ihre April-Scherze mit
uns. Nur Andreas ließ sich nicht aufs Korn nehmen: er
fuhr offen.
Beim
Abendessen im Verdener Niedersachsenhof-Hotel wurden die
Erlebnisse des Tages ausgetauscht - und vorsorglich
Ohropax verteilt. Ja, denn im Hotel sollte an diesem
Abend auf 2.000qm eine Tanz-Nacht stattfinden. Zu der
waren wir zwar herzlich eingeladen - aber die Nachtruhe
im Gästehaus oder in den zum ruhigen Friedhof gelegenen
Zimmern war für alle gut gesichert.
Der Sonntag
war voll „Bremen“ gewidmet. Auf direktem Weg in die
Innenstadt haben wir den historischen Stadtkern mit den
markantesten Sehenswürdigkeiten kennen gelernt: Die
Sögestraße mit ihrem Schweinchen-Denkmal, die Schlachte
an der Weser-Kaje mit Blick auf den „Teerhof“, das
Schnoor-Viertel mit den historischen kleinen Häusern und
engen Gassen, die Böttcherstraße mit dem imposanten
Glockenspiel um 12.00 Uhr, die „gute Stube“ Bremens: der
Marktplatz mit historischem Rathaus und
Handelskammer-Sitz „Haus Schütting“. Aber natürlich auch
„den Bremer Roland“ - ohne den Bremen sicher nicht
„frei“ wäre und die „Bremer Stadtmusikanten“. Das
Mittagessen im „Beckshaus am Marktplatz“ gehörte
natürlich ebenso dazu wie eine Besichtung des „Bremer
Doms“.
Für alle,
die Bremen bisher nicht kannten, gab es einen
interessanten Einblick, der sicher individuelle
Folge-Besuche erwarten lässt.
280 km am
Samstag; 40 km am Sonntag plus An- und Abreise - für den
Frühjahrs-Auftakt eine schöne Leistung auf die alle
Beteiligten mit Stolz und Freude zurückblicken.
....alles
für den SLK...alles für den Club (...sischer, sischer....)
Und wie es
nun Katja und Robert im Frankenland machen, wird dieses
sicherlich auch auf Karin und Rolf zukommen: Touren, die
wortwörtlich „ins Wasser fallen“, sollten bei
Sonnenschein nochmals wiederholt werden. Vielleicht
2008? Auf jeden Fall war es ein tolles Wochenende. Warum
meinen manche Menschen, im platten Land kann man keine
interessanten Treffen machen? Ich finde, jede Landschaft
hat etwas für sich.
Ruth |