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von
Christian Köhlen
Auch in
diesem Jahr fand wieder der HUBcar SLK HiFi Tag statt.
Leider war die Beteiligung seitens SLK Roadster e.V.
nicht besonders groß. Verdient hätte es diese
Veranstaltung aber allemal. Schon Freitagvormittag
trafen sich erste Teilnehmer bei HUBcar in Winnenden.
Nach einer Begrüßung mit Häppchen und Sekt fuhr man in
zwei Kolonnen zu AMG nach Affalterbach. Nach der
Begrüßung und Ansprache im Kundencenter folgte eine ca.
einstündige Führung durch das Werk. Zuerst wurde die
Halle besichtigt in der AMG Fahrzeuge nach Wunsch Ihrer
Besitzer individualisiert werden. Ferner standen dort
auch das Formel1 Safetycar und das Medical Car zum
Kundendienst. Es folgte die Halle mit der
Motorenfertigung. Im Erdgeschoß werden die 5,5l und 6,3l
Motoren gebaut, im Obergeschoß haben die
Zwölfzylindermotoren ihre Geburtsstätte. Jeder Motor hat
nur einen Erbauer, der später auch auf einer Plakette am
Motor genannt wird. Auffallend in den Montagehallen ist
die Sauberkeit. Der Boden ist immer gekehrt, es wirkt
wie geleckt. Die Monteure arbeiten mit weißen
Handschuhen und dies obwohl Öle und Fette an den
Bauteilen unvermeidbar sind. Als die SLK-Gruppe Ihren
Besuch beendet hatte, kamen schon die nächsten Gäste.
Allerdings ein etwas gehobeneres Klientel: Mindestens
zwanzig SL300 fuhren vor.
Nach einer
Ausfahrt von ca. 70 Km durch die schöne württemberger
Landschaft über hügelige, kurvenreiche Nebenstraßen ließ
man den Tag in einer Waldschänke ausklingen. Später fuhr
ein Teil der Gäste zum Hotel Haghof bei Altdorf, wo
Zimmer reserviert waren.
Am
Samstagvormittag war dann wieder großes Treffen bei
HUBcar in Winnenden. Die hervorragende Organisation
hatte für einen großen Parkplatz in einer Nebenstraße
gesorgt und wies die Fahrzeuge auch gleich in die
spätere Ausfahrtsgruppe ein.
Am
Firmensitz von HUBcar, einem exklusiven Veredler der
HiFi-Anlage in Fahrzeugen, spezialisiert auf den SLK
wurde für das leibliche Wohl gesorgt. Neben einem
Sektempfang bot ein Imbißstand internationale und
schwäbische Spezialitäten an. Die Fa. Rametti zeigt ihr
Produktprogramm diverser Kaffeespezialitäten. Aber das
Highlight war das Angebot des Veranstalters, denjenigen,
der was auf die Ohren bekommen wollte restlos zu
bedienen. Diverse Fahrzeuge der Baureihen R170 und R171
mit unterschiedlichen HUBcar-Soundsystemen standen zum
Probehören bereit. Mit fachmännischen Erklärungen wurden
dann die Veränderungen an den Wagen gezeigt. Probehören
war selbstverständlich, auch eigene CDs konnte man
vorgespielt bekommen. Vom einfachen Austausch der
Serienlautsprecher hin bis zu komplett neuen
Soundsystemen konnte man alles sehen und vor allem
hören. Im Ladengeschäft konnte man einzelne Bauteile
besichtigen. Auch die Fa. Piecha Design Automotive
Components hatte exklusive Anbauteile für den R171
ausgestellt.
Mittags
erfolgte dann der Aufbruch zum Besuch des Mercedes
Classic Centers in Fellbach. In fünf Kolonnen mit
insgesamt 53 Fahrzeugen fuhr man dann los. Schon bei der
Anmeldung hatte man angeben können, ob man lieber
langsam oder aber in flotterer Geschwindigkeit unterwegs
sein wollte.
In Fellbach
begrüßte uns dann Hr. Matthias Restle vom MB CC. In der
Ausstellungshalle standen verschiedene Fahrzeugträume
zum Kauf bereit. Unter anderem drei 300SL und ein 300SL
Roadster. Zwei verschiedene 300er Cabrio waren anwesend.
Einer war schon verkauft, aber der andere war ein
Schnäppchen für 198.000 €. Kein Sonderangebot war
allerdings eine Pagode von 1971 für 65.000 €.
Herr Restle
führte uns dann in drei Gruppen nacheinander durch die
Werkstatt. Die an der Führung nicht Teilnehmenden
konnten sich derweil an der Theke mit charmanten Service
an einem kleinen Imbiß gütlich tun. In der Werkstatt
erläuterte Hr. Restle dann die Entstehung des MB CC aus
der Museumswerkstätte, die sich 1993 der zahlenden
Kundschaft geöffnet hat. Aufgrund seiner Möglichkeiten
bei der Informationsbeschaffung und des Teilevorrates
steht das MB CC jedem Restaurationsbetrieb weit
überlegen da. In Germersheim verfügt das MB CC über ein
Teilelager von über 40.000 verschiedenen Positionen.
Sollte mal ein Teil dort nicht vorrätig sein, so lässt
man es entweder vom ursprünglichen Hersteller nach
fertigen oder man stellt es selbst her. Dass dies seinen
Preis hat, ist selbstverständlich, jedoch ist das wohl
bei der Kundenzielgruppe nicht das große Problem. An zu
restaurierenden Kundenfahrzeugen sah man einen
italienischen 300SL mit null PS, da derzeit der Motor
ausgebaut war. Ein Blickfang war jedoch ein „Großer
Mercedes“ 770 in gepanzerter Ausführung aus den
dreißiger Jahren. Dieses Fahrzeug gehört zum
jordanischen Königshaus und erfährt gerade eine
Totalrestauration.
Neben den
Kundenfahrzeugen baut man auch Mercedes Oldtimer wieder
auf und führt einen Handel mit ihnen. Daneben hält man
auch eine eigene Fahrzeugflotte an ausgesuchten
Fahrzeugen vor, die mit oder ohne Fahrer für besondere
Anlässe gemietet werden können, z. B. Hochzeiten oder
zur Unterhaltung von Geschäftsfreunden.
In einer
Nebenhalle zeigte uns Hr. Restle dann weitere Fahrzeuge,
die in Arbeit waren. Neben zwei echten 600er (W100),
einmal sogar als Pullman in extra langer Ausführung,
standen auch wieder zwei 300SL aus dem Museumsbestand
umher und ein Roadster aus den USA, der verkauft werden
soll. Angesichts der Stückzahl, wer mitgerechnet hat:
sechs Coupé und zwei Roadster in drei kleineren Hallen,
fast un-glaublich, dass jeder dieser Wagen inzwischen
einen Wert von ca. 600 bis 700.000 € hat. Als Unikum
parkte dort auch ein Nachbau des Benz-Dreirades von
1886. Vor ein paar Jahren war eine kleine Auflage dieses
Nachbaues käuflich zu erwerben.
Nach diesem
interessanten Besuch des Classic Centers begann dann die
große Ausfahrt wieder in den bekannten fünf Gruppen. Die
Strecke führte abwechselnd über wunderschöne, hügelige
Nebenstraßen durch kurvige Waldsektionen. Aufgrund des
äußerst geringen Verkehrs konnte man auch mal „die Sau
rauslassen“ und testen, was das Fahrwerk des SLK alles
mitmacht, und das war viel.
Am Abend trafen die Kolonnen dann
an der Hagmühle ein. Hierbei handelt es sich um eine
alte Mühle, die bisher nur teilrestauriert ist. Große
Teile der Anlage befinden sich noch im Zustand, als der
Betrieb eingestellt wurde mit all den alten Maschinen
und Werkzeugen. In den teilweise restaurierten Räumen
war dann für uns bereits das reichhaltige Buffet
aufgebaut mit allen möglichen Spezialitäten. Neben Reh-
und Schweinebraten durften natürlich auch Spätzle und
Maultaschen nicht fehlen. Zum Abschluss wurden die Gäste
dann mit Obst und Eis verwöhnt. In der Hagmühle endeten
damit die absolut perfekt organisierten HUBcar SLK HiFi
Tage und es ist zu hoffen, dass sie wieder stattfinden
und dann mit vielleicht einer etwas größeren Beteiligung
des SLK Roadster Clubs. |